25.06.2024

Presseschau

So kommentieren Medien Bersets Wahl

Alt Bundesrat Alain Berset ist von der Parlamentarischen Versammlung des Europarats zum neuen Generalsekretär des Europarats gewählt worden. Das schreiben Tages-Anzeiger, CH Media und SRF dazu.
Presseschau: So kommentieren Medien Bersets Wahl
Alain Berset ist am Dienstag als erster Schweizer zum Generalsekretär des Europarats gewählt worden. (Bild: Keystone/Anthony Anex)

«Vergiftetes Geschenk»

Der Tages-Anzeiger sieht Alain Bersets Wahl sowohl als Erfolg für den Kandidaten als auch für die Schweiz. Die Aufgabe werde allerdings nicht einfach: «Alain Berset wird sich als Moderator beweisen müssen.» Der Europarat habe an Bedeutung verloren und kämpfe um seine Rolle. Dazu könne sich die Wahl innenpolitisch als «vergiftetes Geschenk» herausstellen. «Denn noch nie wurde die Mitgliedschaft im Europarat so sehr infrage gestellt wie zuletzt, nachdem der Menschenrechtsgerichtshof den Klimaseniorinnen recht gegeben und die Schweiz verurteilt hatte.» Die Schweiz müsse sich nun noch stärker mit ihrem Verhältnis zum Europarat auseinandersetzen.»


Aussenpolitischer Test für die Schweiz

Für CH Media hat der Europarat nach einem Korruptionsskandal und dem Rausschmiss Russlands an Strahlkraft verloren. Bersets Wahl sei ein aussenpolitischer Test für die Schweiz gewesen und tue der ältesten Menschenrechtsorganisation auf dem Kontinent gut. «Berset – mit seinem Flair für grosse Auftritte – ist es zuzutrauen, der Organisation mehr Sichtbarkeit zu verleihen und sie auf ihren Gründungszweck zurückzuführen: die Stärkung der Demokratie und der Menschenrechte. Zumal Berset weder aus einem EU- noch aus einem Nato-Staat kommt.» Die Unterstützung von Bersets Kandidatur durch den Bund sei richtig gewesen. In Zeiten autoritärer Tendenzen auch in Europa solle die Schweiz Haltung zeigen.


«Die Erwartungen sind hoch»

Für SRF zeigte Bersets Wahl zum Europarat-Generalsekretär, dass viele Europaratsabgeordnete einen «starken Mann an der Spitze» wollten. «Aufgrund seiner Biographie trauen ihm offenbar viele zu, dem Europarat zu mehr Sichtbarkeit und zu mehr Gewicht zu verhelfen.» Berset habe sich führungserfahren, entscheidungsfähig und entscheidungswillig präsentiert und gelte nicht als Eurokrat. Auf seine beiden Herausforderer – der belgische EU-Justizkommissar Didier Reynders und der estnische Ex-Kulturminister Indrek Saar – habe das eine oder andere nicht zugetroffen. Es komme eine herausfordernde Zeit auf Berset zu: »Die Erwartungen sind hoch.» (sda/cbe)


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