02.05.2026

Prix Walo

«Streit gibt es nie, aber wir diskutieren»

Seit 50 Jahren kürt der Prix Walo die beliebtesten Unterhaltungskünstlerinnen und -künstler der Schweiz. Monika Kaelin, Präsidentin der Show Szene Schweiz und Produzentin der Gala, spricht im Interview über das Jubiläum, den Umzug ins Kongresshaus Zürich – und darüber, wie eine 40-köpfige Fachjury entscheidet, wer eine Auszeichnung verdient.
Prix Walo: «Streit gibt es nie, aber wir diskutieren»
«Demut und Bescheidenheit gehören genauso zu unserem Beruf wie Glänzen auf der Bühne, im Film oder im Fernsehen», so Monika Kaelin, Präsidentin der Show Szene Schweiz und Produzentin der Gala. (Bild: Kurt Meier)

Monika Kaelin, der Prix Walo feiert am Samstag seine 50. Ausgabe. Was ist für diesen Abend besonders geplant, das es so noch nie gegeben hat?
Wir haben einige Überraschungen für die Zuschauerinnen und Zuschauer und Gala-Gäste bereit. Die ehemaligen Prix-Walo-Gewinnerinnen und -Gewinner werden einen tollen gemeinsamen Auftritt haben und es wird auch emotionale Momente geben.

Sie präsidieren die Showszene Schweiz seit 1998. Welche Ausgabe des Prix Walo ist Ihnen besonders ans Herz gewachsen?
Gerade die diesjährige, weil sie mit sehr grossen Erinnerungen verbunden ist. Das 50-jährige Jubiläum findet wieder im Kongresshaus Zürich statt, dort wo 1974 der erste Prix Walo an Hazy Osterwald verliehen wurde.

«Die Künstlerinnen und Künstler sehen sich persönlich meist nicht als Promis»

Und an welche Ausgabe möchten Sie lieber nicht erinnert werden?
Alle Verleihungen waren, seit ich Präsidentin bin seit bald 30 Jahren, immer ein grosses und wunderschönes Ereignis verbunden mit viel Freude und bleibendem Wert.

Was hat sich in dieser Zeit am stärksten verändert: die Künstlerinnen und Künstler, das Publikum oder der Begriff «Promi» selbst?
Eigentlich nichts. Die Künstlerinnen und Künstler sehen sich persönlich meist nicht als Promis, denn es ist hartes Handwerk, das sie leisten müssen, bis sie ganz oben angelangt sind. Demut und Bescheidenheit gehören nämlich genauso zu unserem Beruf wie Glänzen auf der Bühne, im Film oder im Fernsehen. Der Begriff Promi entsteht, wenn man in der Öffentlichkeit steht und in den Medien präsent ist, und ist ein Kompliment.

Social Media hat völlig neue Arten von Bekanntheit geschaffen. Streiten Sie intern manchmal darüber, wer heute überhaupt als Showgrösse gilt und einen Prix Walo verdient?
Streit gibt es nie, aber wir diskutieren darüber, an der 40-köpfigen Prix-Walo-Fachjurysitzung, die jährlich im Januar bei der Suisa stattfindet. Dort werden die Nominierten in den einzelnen Sparten bestimmt. Mittlerweile sind Bühne und Social Media aber engstens miteinander verbunden, ohne das eine geht das andere nicht mehr. Die Abstimmung über eine Nomination findet unter Aufsicht des Vorstandes der Show Szene Schweiz und Dr. iur. Matthias Ackeret statt.

«Wir sind ins Kongresshaus zurückgekehrt»

Letztes Jahr wurde aus dem Studio 1 von SRF gesendet, dieses Jahr aus dem Kongresshaus Zürich. Ist das, weil das Studio 1 nun in Pension geschickt wurde?
Ja, das SRF-Studio 1 wird leider abgerissen. Deshalb sind wir ins Kongresshaus zurückgekehrt, wo schon das 40. Prix-Walo-Jubiläum stattfand. Wie erwähnt: Der erste Prix Walo fand auch dort statt. Insofern schliesst sich der Kreis. Wir alle freuen uns sehr auf das 50. Prix-Walo-Jubiläum mit allen Nominierten, Gala-Gästen, grossen Showstars und ehemaligen Prix-Walo-Gewinnerinnen und -Gewinnern. Die Walo-Gala und TV-Livesendung wird am Samstag, 2. Mai, ab 20.10 Uhr auf SRF 1, Blick, Star TV und Auftanken TV ausgestrahlt.

Was ermöglicht Ihnen der neue Schauplatz, was das Studio nicht konnte?
Dieses Jahr kann im Kongresshaus erstmals auch das Publikum als Gäste an der Gala dabei sein. Mit einem Gala-Premium-Ticketcorner-Billett, exklusivem Prosecco Apéro Riche und besten Sitzplätzen auf der Galerie können die Gäste das 50. Prix Walo-Jubiläum und die glamouröse TV-Gala mit den Schweizer Showstars live miterleben und geniessen.

«Es ist jedes Jahr eine Überraschung»

Nicole Berchtold und Salar Bahrampoori moderieren die Gala – und Sie selbst sind als Präsidentin ebenfalls präsent. Für Zuschauerinnen und Zuschauer ist die Rollenverteilung nicht immer ganz klar. Bleibt das Konzept so, oder gibt es Überlegungen, das zu schärfen?
Unsere beiden beliebten SRF-Moderatoren Nicole Berchtold und Salar Bahrampoori führen durch die TV-Livesendung. Als Präsidentin eröffne ich wie immer die Prix-Walo-Gala, präsentiere in den Filmbeiträgen den Schweizer Nachwuchs mit den Siegern Kleiner Prix Walo 2025 und übergebe den Ehren-Prix-Walo an eine grosse Schweizer Unterhaltungspersönlichkeit für ihr Lebenswerk. Zusammen mit Nicole und Salar überreichen wir am Schluss dann den Prix-Walo-Publikumsliebling.

Der Publikumsliebling wird live von den TV-Zuschauenden gewählt. Gab es in all den Jahren schon eine Überraschung, die Sie wirklich nicht erwartet hatten?
Es ist jedes Jahr eine Überraschung und ich freue mich jedes Mal für die Gewinnerin oder den Gewinner. Es ist für uns immer sehr spannend, wie das Schweizer Publikum entscheidet.

Walo Linder hat den Preis 1974 gegründet, ist aber schon 1979 verstorben. Wie pflegt man das Erbe eines Mannes, den die meisten Zuschauerinnen und Zuschauer gar nie gekannt haben?
Indem man dankbar ist, dass dieser grossartige Mann den Prix Walo ins Leben gerufen hat. Der Prix Walo gehört der Schweiz und den Schweizer Unterhaltungskünstlerinnen und -künstlern. «Ewig Prix Walo».


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