15.07.2014

0745.ch

Viertuvorachti-Blog als Buch erschienen

Denis Jeitziner und Beatrice Trachsel berichten aus dem Arschlochwald.
0745.ch: Viertuvorachti-Blog als Buch erschienen

Täglich um 7.45 Uhr aufstehen, den Computer hochfahren und bloggen. Das machen Denis Jeitziner, Inhaber der Kommunikationsagentur ZB Werbung, und Beatrice Trachsel der Berner Agentur Eventicum seit Anfang 2013. Nach einem Jahr Bloggen auf 0745.ch wählten die beiden im Frühling die besten 100 Einträge aus – für das weltweit erste offizielle Blogbuch. "0745.ch – das Blogbuch" ist in diesen Tagen im Eigenverlag erschienen. Es sei quasi "der Höhepunkt der sinnfreien Genderdiskussion", schreibt Jeitziner in einer Mitteilung. Denn er und Trachsel bloggen nicht unter ihren wirklichen Namen. Sie erzählen die "märchenhaften Abenteuer von Hänsel & Gretel, die sich im berühmten Arschlochwald verirrten". Laut Jeitziner geht das Buch "weg wie warme Semmel".

Sie stehen täglich um 7.45 Uhr auf, um einen wie sie sagen "sinnfreien" Blogeintrag zu schreiben. Warum tun Sie sich das an?
Keine Ahnung: Alterssenilität, Übermotivation, Masochismus. Im Ernst: Um 07.45 Uhr sind wir meistens bereits über eine Stunde im Büro - da können wir ja auch gleich bloggen.

Wie kamen Sie auf diese etwas absurde Geschichte mit Hänsel, Gretel und dem Arschlochwald? 
Ich kann mich nicht mehr erinnern. Man kommt halt irgendwann auf eine Idee und spinnt sie weiter - hier im wahrsten Sinn des Wortes. Eines Tages wachten wir auf und jemand sagte: Du bist Hänsel und ich bin Gretel. Oder umgekehrt. Es ging uns auch darum, das Ganze in eine allseits bekannte Welt zu verpacken. Das mit dem Arschlochwald entstand, weil wir uns vorstellten, ein ganzes Jahr im selbigen zu verbringen. Aus Scheisswald wurde Arschlochwald. Kommt dazu, dass wir die Sache immer beim Namen genannt haben und niemals ein Blatt vor den Mund nahmen.

Die Blogeinträge sind Geschmackssache, bei manchen muss man wohl ein Insider sein, um sie wirklich lustig zu finden. Warum soll man Ihr Buch kaufen? Für wen haben Sie das Buch herausgegeben?
Wir haben uns eine kleine Lesegemeinde aufgebaut, die doch tatsächlich jeden Tag die Einträge liest - kaum zu glauben, aber wahr! Mit dem Blogbuch wollen wir auch ein bisschen einen Gegentrend zur "Onlinisierung" unserer heutigen Gesellschaft setzen. Und vor allem aufzeigen, dass sich Online und Print nicht apriori bekämpfen müssen, sondern sich daraus auch Synergien ergeben können. Wir haben bewusst keinen Verlag gesucht; vielmehr wollen wir das Buch verschenken. Man muss ja nicht immer alles vermarkten, oder? Interessenten und dankbare Abnehmer gibt es genug. Das Buch geht weg wie warme Semmel - kein Wunder, es ist ja auch gratis - und wer lehnt schon gerne ein Geschenk ab. Und wer es wirklich kaufen kann: Es kostet natürlich CHF 07.45.

 
Was hat es Ihnen persönlich gebracht, jeden Tag "frei von der Leber weg" etwas zu schreiben?
Jetzt wird's ein bisschen ernster. Für mich als Texter ist es eine wunderbare Übung, mich innert kürzester Zeit auf ein Thema zu konzentrieren und alle möglichen - und zugegebenermassen auch unmöglichen - Theorien aufzustellen. So bleibt man in Form und ist immer schön gefordert. Ausserdem ist es genau, wie Sie sagen: Frisch von der Leber - das tut einfach gut. 
 
Gingen Ihnen nie die Ideen aus? Sassen Sie nie um 7.45 Uhr fluchend vor dem leeren Bildschirm?
Niemals! Beatrice Trachsel und ich inspirieren uns immer wieder von Neuem. Und man kann ja immer wieder abschweifen, wenn man grad keine Lust oder einen passenden Einfall hat. Schliesslich betrachten wir das Ganze zum grossen Glück immer mit einem gewissen Augenzwinkern.
 
Welches ist Ihr persönlicher Lieblingsbeitrag?
Darmstadt (9.9.13) - weil diese deutsche Kultstadt endlich mehr Beachtung verdient hat.
 
Fragen: Seraina Etter

 


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