15.07.2014

Freiburger Jazz Parade

Vor dem finanziellen Kollaps

Trägerorganisation gibt die Schuld dem Leiter Jean-Claude Henguely.

Die Freiburger Jazz Parade steht nach 25 Austragungen und einer Absage vor dem finanziellen Kollaps. Die Trägerorganisation spricht von einer "katastrophalen Situation" und geht davon aus, dass sie demnächst die Bilanz deponieren muss.

Die Schuld an der Misere gibt sie dem künstlerischen und technischen Leiter Jean-Claude Henguely, der die Jazz Parade vor 25 Jahren gegründet hat. Seine Versäumnisse bei der Nachbesserung von Gelände und Infrastruktur hätten dazu geführt, dass die diesjährige Jazz Parade am 5. Juli kurzfristig abgesagt werden musste.
 
Noch 2013 hatte das einwöchige Festival gut 35'000 Besucher angelockt. Damals fand die Jazz-Parade noch in Freiburg statt. Dann hatte die Stadt genug und gab für Sommer 2014 einem anderen Festival den Vorzug.
 
Die Jazz Parade zog in den Vorort Marly um, und ein neuer Präsident wurde eingesetzt. Mit seinem Team kämpfte er nach eigenen Angaben von Beginn weg mit finanziellen Altlasten. Gründer Henguely blieb indessen die zentrale Figur.
 
Einen Tag vor dem geplanten Beginn des Festivals 2014 zog der Oberamtmann des Saanebezirks dann seine Bewilligung zurück, weil grundlegende Sicherheitsbedingungen nicht gegeben seien.
 
Wie es nun weiter geht, ist offen. Im Communiqué vom Dienstag macht die Trägerorganisation deutlich, dass sie von einem Konkurs ausgeht. Juristische Schritte gegen Henguely behält sie sich vor.
 
Dieser wies die Vorwürfe auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda ausdrücklich zurück. Er zeigte sich erstaunt darüber, dass die Trägerorganisation ihn via Medien angreife und mit juristischen Schritten drohe.
 
Henguely prüft nach eigenen Angaben eine Klage wegen übler Nachrede. Im übrigen schulde ihm die Organisation etwa 60'000 Franken. (sda)

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