04.09.2013

HR Giger

Zum Gruseln in den Keller

Ausstellung im Rahmen des Festivals Ars Electronica in Linz.

Die Popkultur prägt HR Giger seit Jahrzehnten, nun sind seine Arbeiten im Museum angekommen: Der Surrealist ist Featured Artist des diesjährigen Linzer Festivals Ars Electronica, seine Bilder, Skulpturen und auch die Tagebücher zum Filmklassiker "Alien" sind von heute Mittwoch bis am 29. September im Kunstmuseum Linz Lentos zu sehen.

Zum Gruseln in den Keller steigen
Das Untergeschoss des Museums ist für Gigers Arbeiten mit dem Titel "Die Kunst der Biomechanik" reserviert. Frühe Bilder aus den 60er Jahren erinnern an Vorbilder wie Kubin oder Dali und zeigen eindrucksvoll, dass der Schweizer mehr ist als ein popkulturelles Phänomen.

Sie untermauern, dass er in seinen düsteren Zukunftsvisionen auf eine Stufe mit Künstlern wie Regisseur Stanley Kubrick oder Science-Fiction-Autor Philip K. Dick zu stellen ist, und wie plastisch Giger auch auf Papier arbeitet: "Landschaft XVIII" (1973) erscheint nicht weniger dreidimensional als das daneben angebrachte Relief "Baby Wall" (1998). Stiller Beobachter des Treibens zwischen Mensch und Maschine, Geburt und Sterben ist die Skulptur "Humanoid" (1968), die quasi Wegweiser zum zweiten Ausstellungsraum ist.

Das Interesse ist bereits vor Beginn gross
Dort stehen und hängen sie, seine "Babys", wie sie Giger selbst einmal genannt hat - Bilder und Objekte, die rund um den Film "Alien" (1979) entstanden sind: Dunkle Landschaften dehnen sich in Bildern aus und entpuppen sich oft erst auf den zweiten Blick als explizit sexuelle Handlungen. Mit ein Grund, warum Unter-16-Jährige die Retrospektive nur in Begleitung von Erziehungsberechtigten besuchen dürfen. Ein weiterer: die unwirklich und unheimlich anmutenden Ausserirdischen, auf Papier gebracht und auch als lebensgrosse Skulptur ausgestellt.

Abgerundet wird die Werkschau von augenzwinkernd bearbeiteten Polaroids sowie von Videos und Fotos, die den heute 73-Jährigen bei der Arbeit zeigen. "Das wurde so noch nie gezeigt", erklärte der Künstler vor kurzem im Interview mit der Nachrichtenagentur APA.

Das Interesse ist jedenfalls gross: "Jeden Tag haben wir an die 20 Anrufe von Fans, die zur Vernissage kommen wollen", berichtete Lentos-Pressesprecherin Nina Kirsch. Im Deep Space des Ars Electronica Centers wird Gigers finstere Welt für die Dauer des Medienkunstfestivals, also bis am 9. September, zudem in hochauflösenden Gigapixel-Bildern präsentiert. (sda/apa) 


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