26.11.2023

Weihnachtskampagnen

«Dieser Song ist ein Leidenschaftsprojekt»

Vanessa Finzer hat nicht nur die Geschichte des Coop-Weihnachtsposts geschrieben, sondern auch das Lied «Note by Note». Im Interview sagt die Coop-Werbechefin, wie sie zum prominenten Gesangsauftritt kam. Zudem spricht sie über die Studioaufnahmen und ihre Musikambitionen.
Weihnachtskampagnen: «Dieser Song ist ein Leidenschaftsprojekt»
Sie hat nicht nur die Geschichte des diesjährigen Coop-Weihnachtsspots geschrieben, sondern auch das Lied «Note by Note»: Coop-Werbechefin Vanessa Finzer im Musikvideo. (Bild: zVg)
von Michèle Widmer

Vanessa Finzer, Ihre Stimme ist seit wenigen Tagen im TV oder auf Musikstreamingdiensten zu hören. Wie fühlt sich das an?
Wenn eine Kampagne livegeht, an der wir als Team viele Monate gearbeitet haben, ist das immer ein spezieller Moment. Und dieses Jahr ist es tatsächlich noch etwas aufregender und persönlicher. Ich war noch nie so nervös vor dem Livegang einer Kampagne. Umso schöner war es, als dann erste liebe Feedbacks zum Spot und Song zurückgekommen sind. Diese Wertschätzung ist sehr motivierend. Meiner Mutter einen Streaminglink zum ersten eigenen Song zu schicken und zu sagen, dass sie ihn jetzt endlich offiziell anhören und weiterleiten darf, war im privaten Umfeld ein Highlight für mich. Da meine Familie mich immer beim Musikmachen unterstützt hat, fiebert sie natürlich mit.

Wie kam es dazu, dass Sie als Sängerin Vanessa Finzer das Lied für den Coop–Weihnachtsspot liefern?
Dies war eine aussergewöhnliche Gelegenheit, meine Liebe zur Musik und meine berufliche Leidenschaft als Werbeleiterin bei Coop miteinander zu verbinden. Normalerweise stammen die Kompositionen für die Coop-TV-Spots vollständig von der Produktionsfirma HitMill, mit der wir eine langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit pflegen. HitMill hat bereits viele Hits für uns geschrieben, und ihre Kompetenz in diesem Bereich ist unumstritten. Inspiriert von einem Social-Media-Post des letzten Jahres, schrieb ich dieses Jahr die Geschichte für den TV-Spot. Danach verspürte ich einfach das starke Bedürfnis, die Bilder und Gefühle auch musikalisch zum Ausdruck zu bringen. Die Songidee wurde intern bei Coop präsentiert und genehmigt.

Sie haben «Note by Note» selbst geschrieben und eingesungen – in Zusammenarbeit mit HitMill. Wie haben Sie den Prozess erlebt?
Ich durfte die Songidee gemeinsam mit Georg Schlunegger von HitMill weiterentwickeln. Die finale Ausarbeitung des Songs und die Studioaufnahmen von «Note by Note» gemeinsam mit dem HitMill-Team waren eine bereichernde und kollaborative Erfahrung. Dafür bin ich Coop sehr dankbar. Es ist nicht selbstverständlich, dass man sich so kreativ austoben darf und solche Unterstützung erfährt.

«Singen ist für mich mehr als nur ein Hobby. Es ist ein Kommunikationsinstrument»

Wie viel Erfahrung haben Sie mit dem Musikmachen?
Seit meiner Kindheit war Musik immer ein zentraler Bestandteil meines Lebens. Ich habe mich frühzeitig auf das Musizieren konzentriert, da ich im Vergleich zu den Kindern in meinem Umfeld keinerlei Talent oder Ambition im Sport hatte. So nahm ich Klavier- und Gesangsunterricht, und im Laufe der Zeit beteiligte ich mich an verschiedenen Musikprojekten. Während meines Studiums arbeitete ich nebenbei als Hochzeitssängerin und war in den letzten Jahren Teil verschiedener Bandformationen. Singen ist für mich mehr als nur ein Hobby. Es ist meine persönlichste Ausdrucksform, ein Kommunikationsinstrument. Mit einem solch erfahrenen Produzenten wie Georg Schlunegger zusammenzuarbeiten und in einem professionellen Studio aufzunehmen, war eine neue Erfahrung. Eine, die ich definitiv lange in Erinnerung behalten werde. Es war einfach grossartig.



Es gibt ja viele erfahrene Sängerinnen und Sänger im Land. Hätten Sie den Auftrag auch bekommen, wenn Sie nicht als Entscheiderin in der Coop-Marketingabteilung tätig wären?
Der finale Entscheid für die Kampagne sowie für die Songidee wurden nicht von mir selbst getroffen. Dafür gibt es übergeordnete Gremien, die dies unabhängig von mir als Person entschieden haben. Manchmal ist auch ein bisschen glückliche Fügung und Magie im Spiel, wie in der Weihnachtszeit. Als ich den positiven Bescheid erhielt, habe ich die Chance genutzt. Dass Coop mir diesen Freiraum zur kreativen Entfaltung gibt und mir so viele Kollegen und Kolleginnen den Rücken stärken, ist ein echtes Privileg.

Die Coop-Weihnachtskampagne bietet ein ziemliches Sprungbrett, um die Musikkarriere in Angriff zu nehmen. Welche Ambitionen haben Sie?
Was ich mache, möchte ich mit Herzblut und Leidenschaft tun. Umgeben von Menschen, die mich inspirieren. Das ist meine Motivation und Ambition. Ob als Werbeleiterin oder Sängerin. Dieser Song ist kein Sprungbrett, das ich nutzen möchte, um mein Leben auf den Kopf zu stellen, sondern ein Leidenschaftsprojekt, das ich realisieren durfte. Für mich persönlich können die Werbe- und Musikwelt wunderbar nebeneinander existieren. Sie bedienen unterschiedliche Facetten von mir.

«Beruflich bin und bleibe ich in allererster Linie Werbechefin»

Sie stehen als Sängerin Vanessa Finzer im Fokus – und nicht als Werbechefin von Coop. Wie teilen Sie diese zwei Rollen auf?
Auch wenn die Tatsache, dass wir gerade dieses Interview führen, eventuell einen anderen Eindruck erweckt, ist es nicht wirklich so, dass sich mit dem Release des Songs mein Alltag ändert. Da sind nicht plötzlich irgendwelche Scheinwerfer, roten Teppiche oder Autogrammjäger. Beruflich bin und bleibe ich in allererster Linie Werbechefin und die damit verbundenen Aufgaben und vor allem mein Team haben für mich oberste Priorität.

Wenn es sich nun ergeben würde, wofür würden Sie sich entscheiden: als Sängerin durch die Schweiz touren oder die Coop-Werbung verantworten?
Ich mag meinen Job und mein Team bei Coop sehr. Wenn ich auch in Zukunft regelmässig für mich singen, mit anderen Musikern und Musikerinnen proben und vielleicht ein paar Konzerte pro Jahr am Wochenende spielen darf, ist das alles, was ich mir wünsche. Der Druck, den eine Laufbahn als Berufsmusikerin mit sich bringt, würde möglicherweise die Freude und Leichtigkeit, die ich mit der Musik verbinde, beeinträchtigen. Daher ist es genau richtig, wie es ist. Das eine tun, ohne das andere zu lassen.

 



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Kommentare

  • Paz Luaces Tobler , 17.12.2023 20:18 Uhr
    Seit 1988 wohne ich in der Schweiz. Ich bin eine professionelle Sängerin. Ich habe nie so eines schönes Lied gehört um eine Werbung zu machen! Bravo! Es is fine, zart, gefühlvoll und sehr gut interpretiert. Glückwünsch!!??????
  • Willy Camps, 30.11.2023 20:25 Uhr
    Dieses Lied ist grandios und geht unter die Haut, wunderschön...
  • Charlotte Ringli, 28.11.2023 15:34 Uhr
    die schönste Werbekampagne, wenn nicht die schönste, sinnvollste, ergreifenste, eine Kampagne die zum Nachdenken anregt. Untermalt von einem wunderschönen Song gesungen von einer sehr emotionalen, wunderschönen Stimme.
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