04.02.2003

UN-Umweltprogramm

Mehr Pep bei der Vermarktung umweltfreundlicher Produkte gefragt

UNEP-Direktor Töpfer: "Cool" und "modern" müssen "grüne" Botschaften sein.

Traditionelle Botschaften von Regierungen und Umweltschutzorganisationen, die die Öffentlichkeit drängen, einen umweltverträglichen Lebensstil zu führen und sich ein eben solches Einkaufsverhalten anzueignen, müssen laut Experten grundlegend geändert werden. Viele dieser Botschaften seien zu schuldbeladen und missbilligend. Die Vermarktung eines "coolen" Lebensstils sei der Schlüssel für den Verkauf von umweltverträglichen Produkten. Dies erklärten am Dienstag Experten des UN-Umweltprogramms UNEP im Rahmen der Konferenz des UNEP-Verwaltungsrats in Nairobi. Die UNEP startet daher in Kooperation mit Psychologen und Verhaltensforschern eine neue Initiative.

"Regierungsbotschaften, die die Bevölkerung ermahnen, weniger mit dem Auto zu fahren oder weniger umweltschädliche Produkte zu kaufen, scheinen nicht zu funktionieren. Menschen hören einfach nicht zu. Indem man der Bevölkerung Schuldgefühle wegen ihres Lebensstils und Einkaufsverhaltens aufbürdet, reduziert sich der Erfolg", erklärte UNEP-Direktor Klaus Töpfer. Vielmehr muss ein nachhaltiger Lebensstil laut Töpfer von der Bevölkerung mit "modern" und "cool" in Verbindung gebracht werden. Ausserdem müsste im "Marketing" vielmehr der wahre, persönliche Nutzen für einen in Harmonie mit dem Planeten lebenden Menschen in den Vordergrund treten.

Um diese Harmonie bemühen sich zum Beispiel der koreanische Autohersteller Hersteller KIA und die europäische Waschmittelindustrie, betonten die Experten. KIA fährt in Grossbritannien eine Kampagne, die die Bevölkerung aufruft, für kurze Reisen nicht mit dem Auto zu fahren. Mit jedem neu verkauften Pkw offeriert KIA ein Mountainbike. Die europäische "Wash right"-Kampagne weist wiederum darauf hin, dass der Waschvorgang bei niedrigeren Temperaturen nicht nur die Kleidung schützt, sondern auch Energie spart. "Ein nachhaltiger Lebensstil ist aber nicht nur Sache reicher Länder", erklärte Jacqueline Aloisi De Larderel, Direktorin der Abteilung Technologie, Industrie und Wirtschaft der UNEP. Sich schnell entwickelnde Nationen wie China seien sich bereits der Bedrohung der Umwelt durch unkontrollierten Konsum und dem Risiko einer umweltschädlichen Konsumgüterproduktion bewusst. In China sind z.B. Öko-Labeling, die Zertifizierung umweltfreundlicher Produkte, und eine 30-prozentige Steuervergünstigung auf leichtgewichtige, weniger umweltschädliche Fahrzeuge Usus.


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