22.08.2025

Livesystems

Nau.ch verschwindet von über 10'000 Screens

Die seit 2021 zur Post gehörende Livesystems beendet die Partnerschaft mit der Newsplattform. Der Newspartner wechselt auf das neue Jahr. Der DOOH-Anbieter sucht derzeit einen Nachfolger. Bei Nau.ch war der Ausstieg «absehbar», wie es heisst.
Livesystems: Nau.ch verschwindet von über 10'000 Screens
Nau.ch-Content auf einem Livesystems-Screen in einem öffentlichen Verkehrsmittel: Nach acht Jahren Präsenz endet die Partnerschaft per Ende Jahr. (Bild: Archiv)

Livesystems beendet die Partnerschaft mit Nau.ch. Adriano Beti, CEO von Livesystems, bestätigte auf Anfrage entsprechende Informationen von persoenlich.com. «Wir befinden uns derzeit in der Evaluierung eines neuen Newspartners, mit dem die Kooperation zum 1. Januar 2026 starten wird», so Beti.

Der Wechsel betrifft das gesamte Inventar von Livesystems – über 13'000 Digital-out-of-Home-Screens in der ganzen Schweiz. Auf vielen dieser Bildschirme in Bahnhöfen, Bussen, Tankstellen, Postfilialen und anderen frequentierten Orten war Nau.ch bisher prominent vertreten.

«Sowohl der bisherige als auch der zukünftige Newspartner sind beziehungsweise werden auf dem Grossteil unseres Inventars präsent sein», so Beti. Den Namen des neuen Partners will Livesystems erst bekanntgeben, wenn die Evaluation abgeschlossen ist. «Weitere Angaben können wir zum aktuellen Zeitpunkt nicht machen», so Beti.

Erst im Januar hatte Livesystems eine neue Kooperation mit Blue News für Fussball-Content gestartet (persoenlich.com berichtete). Ob Blue News künftig über die Fussball-Berichterstattung hinaus als Newspartner fungiert, ist offen. Das Ringen um Präsenz auf DOOH-Screens ist Teil eines Trends: Viele Medienhäuser drängen auf die digitalen Aussenwerbeflächen.

Ausstieg war «absehbar»

Bei Nau.ch überrascht das Ende der Partnerschaft nicht. «Dieser Ausstieg war absehbar», erklärt die Medienstelle der Nau Media AG. «Seit der Übernahme durch die Post hat sich die Zusammenarbeit erwartungsgemäss verändert, was auch unser kommerzielles Interesse an der Partnerschaft reduziert hat.»

Die Post hatte Livesystems im Juli 2021 übernommen, um ihre crossmediale Kompetenz auszubauen und die Position als Verteilkanal für Werbung zu stärken. Das Unternehmen unterhielt damals über 8000 Werbescreens – mittlerweile sind es über 13'000.

Bei der Übernahme wurde bereits kommuniziert, dass die Redaktion des Onlineportals Nau.ch nicht mit übernommen werde und Livesystems künftig nicht mehr exklusiv Content von Nau.ch ausspielen werde. «Jedes andere Medienhaus kann bei Interesse seinen Content ebenfalls auf den Screens von Livesystems ausspielen», hiess es damals vonseiten der Post.

Strategischer Wechsel statt Verlust

Nau.ch sieht den Ausstieg nicht als Verlust, sondern als strategischen Schritt. «Nach dieser langen Zeit ist der Effekt auf die Markenbekanntheit ausgeschöpft», heisst es vonseiten der Nau Media AG gegenüber persoenlich.com. «Für Nau.ch ist dieser Schritt eine Chance, die frei werdenden Ressourcen in neue, zukunftsorientierte Kanäle zu investieren.»

Das Medienhaus evaluiere bereits neue Distributionskanäle: «Relevant sind für uns vor allem Plattformen, die nicht nur inhaltlich, sondern auch wirtschaftlich interessant sind. Auf das neue Jahr hin werden wir entsprechende neue Optionen lancieren.»

Acht Jahre auf den Screens, vier Jahre als Partner

Nau.ch war seit der Gründung der Newsplattform auf den Livesystems-Bildschirmen präsent – zunächst als Teil desselben Unternehmens, seit 2021 als externer Content-Partner. «Wir waren über acht Jahre hinweg auf den Livesystems-Bildschirmen präsent und konnten dadurch unsere Marke national etablieren», bilanziert Nau.ch.

Gleichzeitig sei es «aus Marketingsicht sinnvoll, den Channel nach vielen Jahren zu wechseln und neue Impulse zu setzen».

Zu den finanziellen Details der bisherigen Zusammenarbeit – ob Nau.ch für die Präsenz bezahlte oder Livesystems für den Content – wollte sich das Medienhaus aus dem bernischen Liebefeld nicht äussern.


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KOMMENTARE

Dave Murdoch
29.08.2025 16:40 Uhr
Danke, Herr Röthlisberger. Genau meine Meinung. Wir brauchen nicht mehr Screens, sondern weniger.
Max Röthlisberger
22.08.2025 15:11 Uhr
Also uns hier draussen wäre es recht, wenn die illuminative- und akustische Umweltverschmutzung so bald als möglich ganz abgestellt werden könnte.
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