Reporter ohen Grenzen empfiehlt Medienschaffenden, sich vor der Anreise mit den Einreisebestimmungen der drei Gastgeberländer Mexiko, USA und Kanada vertraut zu machen. Die US-Grenzbehörden verfügten über einen grossen Ermessensspielraum und könnten elektronische Geräte kontrollieren, heisst es in einer Mitteilung. Die Organisation rät Journalistinnen und Reportern, sensible Daten vor der Reise von Geräten zu löschen, biometrische Entsperrmethoden zu deaktivieren und vorab rechtliche Ansprechpartner zu identifizieren.
Die Warnung kommt vor dem Hintergrund einer sich verschärfenden Lage: In der aktuellen RSF-Rangliste der Pressefreiheit sind die USA um sieben Plätze auf Rang 64 abgerutscht. Mexiko liegt auf Rang 122 und zählt damit weiterhin zu den gefährlichsten Ländern für Medienschaffende weltweit. Kanada belegt Rang 20 und schneidet damit deutlich besser ab, doch auch dort müssten Journalistinnen und Journalisten bei der Berichterstattung über Demonstrationen mit polizeilichen Einschränkungen rechnen, schreibt RSF.
Die Organisation weist darauf hin, dass die WM in stark überwachten urbanen Gebieten stattfinde, in denen Videoüberwachung, Drohnen und Gesichtserkennung zum Einsatz kommen könnten. Medienschaffende, die über Proteste, Migration oder Polizeieinsätze am Rande des Turniers berichten, sollten auf verstärkte Spannungen mit Sicherheitskräften vorbereitet sein.
Die Organisation ruft Journalistinnen und Journalisten auf, Verstösse gegen die Pressefreiheit während der WM zu dokumentieren und RSF zu melden. Die Weltmeisterschaft beginnt am 11. Juni. (pd/nil)

