Anstelle der Jugendsendung "Oops" sendet SF 2 seit letztem Sommer fünf neue Formate. Zwei davon ("Chilli Factor", "Morph") werden schon nach einem Jahr wieder gestrichen. Alle fünf Sendungen haben ihr Ziel, jeden zehnten Jugendlichen zu erreichen, mehr oder weniger klar verpasst. Im Interview mit der BaZ hat Beny Kieser, Abteilungsleiter "Film, Serien, Jugend", erklärt, woran das liegen könnte. Und welchen Ansprüchen neue Jugendsendungen genügen müssen.
Sehr zufrieden ist Kieser mit der Sendung "The Naked Chef" mit dem jungen englischen Starkoch Jamie Oliver. "Mit Jamie Oliver haben wir einen guten Griff gemacht", so Kieser. Auch die Sendung "Drei Tage" habe kontinuierlich zugelegt und "Flash oder Crash" werde als aussergewöhnliches Quiz wahrgenommen, ist Kieser überzeugt. Aber: "Von 'Chilli Factor' habe ich mehr erwartet." "Irgendwann hat man genug von Surfbrettern und Skateboards -- schon weil ein direkter Bezug zu unserer Realität fehlt". Skeptisch steht Kieser auch der Sendung "Morph" gegenüber. Zwar fände er den Moderator Sascha dos Santos einzigartig, bezweifle aber, "ob die Schweizer Musikszene genügend interessante Typen hergibt, um im Jahr 45 Folgen zu produzieren."
Kieser hat eine klare Vorstellung davon, was er von einer Jugendsendung erwartet, und welchen Ansprüchen eine solche genügen müsse. "Sie müssen junge Menschen, die keine Kinder mehr sind, interessieren", so Kieser. Ausserdem sollten sie eine gewisse Qualität haben. "Jackass" oder "Ich bin ein Star -- Holt mich hier raus" seien ihm zu blöd. "Wir wollen nicht mit Tabubrüchen 15 Prozent Marktanteil erreichen, sondern ohne Tabubrüche 10 Prozent", sagt Kieser.

