09.09.2005

Bilanz/SonntagsZeitung

Blamable Mediengeschichte

Kauf der UBS-Privatbankengruppe durch die Bank Bär irritiert.

Eine eigenartige Mediengeschichte erzählt die NZZ in ihrer Medienbeilage vom Freitag. Die Story dreht sich um die Jagd nach der Primeur über den Kauf der UBS-Privatbankengruppe durch die Bank Bär. Das Resultat der Geschichte ist ebenso kurios wie für die Beteiligten blamabel: Zum Schluss steht der fremd gegangene Weltwoche-Autor Lukas Hässig ebenso schlecht da, wie das verlagseigene Blatt Die Bilanz und die SonntagsZeitung. Doch der Reihe nach:

Am Freitag vor einer Woche versandte die Bilanz gemäss Angaben der NZZ der gesamten Konkurrenz die Vorausmeldung, dass die Privatbank Julius Bär und die Zürcher Kantonalbank um den Kauf der Bank Sarasin wetteiferten. "Details lesen Sie in der neuesten Ausgabe, die ab Mittwoch erhältlich ist", habe die Bilanz im Vorab-Communiqué versprochen und gleich den entsprechenden Artikel der Meldung beigelegt.

Einer der Autoren, Weltwoche-Mitarbeiter Lukas Hässig, soll in der Folge jedoch neue Gerüchte um den Deal aufgeschnappt haben, was ihn veranlasste eine neue Geschichte zu schreiben. Den Artikel publizierte Hässig jedoch nicht in der Weltwoche, sondern bot ihn der NZZamSonntag und der SonntagsZeitung an. Letztere griff zu. "Privatbank Julius Bär landet bei der UBS", titelte das Tamedia-Blatt am Sonntag. Von einer Fusion der UBS-Privatbankengruppe mit der Bank Julius Bär war da zu lesen, gestützt wurde die Primeur durch Quellen aus Verhandlungskreisen. Am Montag dann zeigte sich jedoch, dass die Story nicht den Tatsachen entsprach: Richtig war, dass die Bank Bär der UBS ihre Privatbankengruppe abkauft. Peinlich: Zwei Tage später erschienen schliesslich die von den Ereignissen überholten Details in der Bilanz , welche aus produktionstechnischen Gründen nicht mehr aus dem Verkehr gezogen werden konnten.


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