26.10.2023

SRF Digital

Die Wahlen als Booster für die News-App

Die Zugriffe auf Website und App erreichen Zwölf-Monate-Höchstwert. Genutzt werden grösstenteils Textbeiträge. Das ist politisch heikel. SRF verweist auf seinen Auftrag zur Barrierefreiheit, die dank Text gewährleistet werde.
SRF Digital: Die Wahlen als Booster für die News-App
Beliebte App, beliebtes Textangebot: SRF pushte sein Online-News-Angebot auf die Wahlen hin. (Bild: zVg/SRF)

Ob Sandro Brotz, Nathalie Christen oder Arthur Honegger: Vor den Wahlen streckt einem die versammelte SRF-Prominenz in Werbespots das Smartphone mit der SRF News App entgegen. «Immer und überall top informiert sein zu den Wahlen 2023 mit der SRF News App», lautet der Slogan der Kampagne, den Brotz in die Kamera sagt. Zu sehen waren die Spots auf den Social-Media-Kanälen der SRF-Leute, wie auch auf YouTube als bezahlte Anzeigen.

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Dass die massive Bewerbung ihr Wirkung getan hat, zeigte sich in den Tagen vor dem Wahlsonntag. Im App-Store von Apple rangierte die SRF News App unter den kostenlosen Angeboten vorübergehend auf dem Spitzenplatz. Interessant: Bei Google Play, wo es Apps für Android-Geräte gibt, läuft das SRF-Angebot dagegen schlecht. SRF kann sich darauf keinen Reim machen, wie eine Anfrage von persoenlich.com ergab. Nur so viel: Die Nutzungszahlen der SRF News App seien erfreulich und seit Wochen ansteigend.

Ohne die genauen Zahlen zu kennen – die detaillierte Auswertung laufe noch, heisst es –, ist SRF Stand jetzt zufrieden mit der Nutzung der App am Wahlsonntag. Die totalen Visits auf srf.ch/news und auf der SRF News App beliefen sich am Wahlsonntag auf über 1,8 Millionen, dem höchsten Wert der letzten zwölf Monate, schreibt SRF auf Anfrage.

SRF bestätigt beliebte Textnutzung

Am meisten genutzt werden Textbeiträge auf der App. SRF-Mitarbeitende nennen hierzu einen Wert von bis zu 90 Prozent der App-Nutzung, die auf Text entfalle. Video und Audio seien entsprechend weniger nachgefragt. Auf Anfrage kommentiert SRF die kolportierte Zahl nicht, schreibt aber, das Textangebot mache «einen Grossteil der Nutzung in der News App aus».

Diese Vorliebe des Publikums für das geschriebene Wort führt SRF auf einen schmalen Grat. Privaten Medienanbietern und Teilen der Politik sind die textbasierten Angebote von SRF ein Dorn im Auge. Sie wittern unlautere Konkurrenz ihrer eigenen Angebote durch den finanziell privilegierten Service public. Als eine Konsequenz davon dürfen SRF Texte, die keinen direkten Bezug zu einer Radio- oder TV-Sendung haben, nur maximal 1000 Zeichen zählen. Mit Blick auf die – vorläufig sistierte – Erneuerung der SRG-Konzession formulierte der Bundesrat im letzten Herbst, bei den Textangeboten der SRG müssten «weitere Einschränkungen geprüft werden». Private Schweizer Medien würden dadurch mehr Spielraum im Internet erhalten, so der Bundesrat weiter.

Dank Text ist App barrierefrei

SRF verweist derweil auf die Eigenheiten der News App mit dem grossen Audio- und Videoangebot. «Dadurch unterscheidet sich die SRF News App ganz klar von anderen rein textorientierten Angeboten», hält SRF fest. Ausserdem komme man mit dem umfassenden Textangebot dem Kernauftrage der Barrierefreiheit nach.


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