12.03.2026

SRF

«Ein solches Angebot kommt nicht jeden Tag»

Roger Elsener verlässt Zattoo nach nur eineinhalb Jahren als CEO, um neuer SRF-Direktor zu werden. Im Interview erklärt er, warum ihn die künftige Aufgabe mehr reizt als jede andere und wie er SRF digital weiterentwickeln will.
SRF: «Ein solches Angebot kommt nicht jeden Tag»
Von CH Media via Zattoo zu SRF: Roger Elsener (Bild: zVg/SRF)

Roger Elsener, während des Bewerbungsprozesses war noch nicht klar, wie SRF nach der Abstimmung vom letzten Sonntag aussehen würde. Hätte es Sie auch gereizt, einen massiven Abbau durchzuführen?
Ich bin jemand, der an schwierigen Aufgaben wächst und ich freue mich jetzt ausserordentlich, dass es so herausgekommen ist. Aber selbstverständlich hätte ich den Job so oder so angenommen.

Haben Sie sich auf die Stellenausschreibung beworben?
Ich wurde von der SRG Deutschschweiz angefragt, mich zu bewerben.

Sie werden Zattoo nach nur eineinhalb Jahren als CEO verlassen. Wie werden Sie auf diese Arbeit zurückblicken?
Bei Zattoo hatte ich eine sehr erfüllende und schöne Aufgabe. Ich war gerne CEO dort und werde es bis Ende April auch noch bleiben. Insofern war es kein Entscheid gegen Zattoo, sondern ein Entscheid für SRF. Aber ein solches Angebot kommt nicht jeden Tag. Also musste ich mir sagen: Das ist etwas, das ich mir nicht entgehen lassen möchte.

Was macht die Stelle als SRF-Direktor für Sie so besonders?
Ich bin ein Medienkind und bin schon mein ganzes Berufsleben lang in den Medien tätig. Es gibt für mich nur wenige grössere, erfüllendere und herausforderndere Aufgabe als die des SRF-Direktors. Darum ist das auch etwas, das ich jetzt mit echter Freude angehen werde.

Darum sind Sie auch bereit, für weniger Lohn als bei Zattoo zu arbeiten?
Ich empfinde auch meine künftige Aufgabe als sinnvoll und sinnstiftend. Darum ist das Salär sekundär.

Ihre künftige Chefin, SRG-Direktorin Susanne Wille, sagte bei Ihrer Vorstellung, Sie stünden für einen «modernen, zukunftsorientierten Service public». Was heisst das für Sie?
Dass wir uns weiterentwickeln, zu einem modernen, digitalen Leitmedium in der Schweiz, damit wir das Publikum mit seinen veränderten Nutzungsgewohnheiten auch künftig erreichen, insbesondere die jungen Menschen in der Deutschschweiz.

Bei der ersten Personalinformation heute Morgen verlangten Sie Offenheit für neue Themen. An welche Themen denken Sie da?
Ich möchte zuerst bei SRF ankommen, zuhören und verstehen, welche Ideen dort bereits vorhanden sind. Ich werde selbst aus meinem Fundus natürlich auch Ideen einbringen, und auf den Diskurs freue ich mich ganz besonders. Ich glaube, dann wird etwas Gutes entstehen.

Nach den Vorstellungen von Bundesrat Albert Rösti soll die SRG das Angebot bei Unterhaltung und Sport reduzieren. Sie haben aufgrund Ihrer Vergangenheit bei CH Media ein starkes Profil in diesen Bereichen. Werden Sie sich in den Diskussionen um eine neue Konzession für ein Vollprogramm mit starker Unterhaltung engagieren?
Zum Thema Konzessionen äussere ich mich selbstverständlich nicht. Was ich sagen kann: Ich verstehe den Wert und die Bedeutung von Unterhaltung, auch für SRF. Grundsätzlich ist es wichtig, dass SRF ein Vollprogramm anbieten kann – so steht es in der Verfassung, so steht es in der Konzession. Was in den Diskussionen rund um die Konzessionserneuerung herauskommt, werden wir sehen. Für SRF ist es aber wesentlich, dass wir über alle Genres aktiv bleiben können.

Als Sie bei CH Media als Radio- und Fernsehchef anfingen, liessen Sie als einen der ersten Schritte das Logo von TeleZüri ändern. Wo werden Sie bei SRF zum Start Ihre Duftmarke setzen?
Das werden wir am 1. Mai sehen – da müssen Sie sich noch etwas gedulden. Eines ist aber klar: Es gibt kein neues Logo.


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

René Grossenbacher
12.03.2026 06:34 Uhr
Herr Elsener hat die Verfassung nicht richtig gelesen. Der Artikel bezieht sich auf „Radio und Fernsehen“, nicht auf die SRG - ein kleiner, aber nicht unwichtiger Unterschied.
Kommentarfunktion wurde geschlossen