09.12.2025

UKW

«Es gab viele Fake News und Unwahrheiten»

Der Ständerat hat am Dienstag mit 21 zu 18 Stimmen für eine Verlängerung von UKW-Radio gestimmt – ein Erfolg für Medienunternehmer Roger Schawinski, der seit drei Jahren dafür kämpft. Bundesrat Albert Rösti muss nun ein neues Ausschreibungsverfahren für UKW-Funkkonzessionen ab 2027 durchführen.
UKW: «Es gab viele Fake News und Unwahrheiten»
Roger Schawinski verfolgte am Dienstag die UKW-Debatte des Ständerats vor Ort in Bern. (Bilder: Keystone/Anthony Anex)

Herr Schawinski, herzliche Gratulation, nun ist Ihr dreijähriger Kampf erfolgreich zu Ende gegangen. Die alte Sportlerfrage: Wie ist Ihre Befindlichkeit?
Grossartig, nachdem ich während Stunden gebibbert hatte.

In der Ständeratsdebatte gab es doch einige kritische Stimmen an einer UKW-Beibehaltung (persoenlich.com berichtete). Haben Sie dabei an einem für Sie positiven Ausgang gezweifelt?
Es gab viele Fake News, Widersprüche und klare Unwahrheiten. Ich war schon etwas schockiert.

Man machte Ihnen den Vorwurf, Sie hätten den Glarner UKW-Sender abgestellt. Was sagen Sie diesen Kritikern?
Wir haben wie fast alle privaten Radios, die keine Gebühren erhalten, keine Sendekonzession mehr mit unsinnigen Auflagen. Wir müssen das Glarnerland nicht mit UKW bedienen, anders als die SRG, die ihre Service-public-Aufgabe durch das Abstellen all ihrer 2000 Sender nicht wahrnimmt.

Blicken wir in die Zukunft: Was heisst dieser Entscheid für die Schweizer Radiolandschaft?
Man schwächt sie nicht wie geplant mit einem Schildbürgerstreich.

Ist UKW nun definitiv gesichert?
Ja, es gibt neue Funkausschreibungen. Alle können sich bewerben.

Sie haben sich noch in einem offenen Brief an SRG-Generaldirektorin Susanne Wille stark gemacht, dass sie mit ihren Sendern wieder zurück auf UKW gehen soll. Teilen Sie diese Ansicht immer noch?
Das muss die SRG entscheiden. Sie haben sich mutwillig in eine schwierige Situation gebracht.

Was bedeutet dieser Entscheid für die Halbierungsinitiative, die im Frühjahr an die Urne kommt?
Dies wird sich weisen.

Wie feiern Sie heute?
Ganz bescheiden.


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KOMMENTARE

Raphael Weber
10.12.2025 11:58 Uhr
Wird nun als Folge dessen Radio SRF 1 vom Pizzo Groppera senden? Fragen über Fragen. Mit dem Wegfall von TMC (Traffic Message Control), ist der UKW Drops längst gelutscht. Da hilft auch Schawis stänkern nichts.
Ivo Beeler
09.12.2025 20:01 Uhr
Jolly Roger - lucky Roger Eine Woche nach der unbegreiflichen Niederlage in St. Gallen triumphiert die Vernunft wenigstens in Bern! In unserer neuen Heimat, welche 1700 km südlich von Bern im Meer liegt, gibt es kein DAB - aber Radio1 über Internet (5G). Wenn dann aber zwischendurch der Strom ausfällt oder 5G zu EDGE mutiert, drehen wir den Knopf: FM! Nicht der Basler gleichen Namens beradiot uns dann, aber störungsfreies Radio aus weiter Ferne (leider nicht Radio1 - aber immerhin … ) -FM works.
Victor Brunner
09.12.2025 17:17 Uhr
Gar keine Frage, SRG SSR muss wieder auf UKW präsent sein und schnell. Das Ja dazu erwarte ich von der Generaldirektion noch vor Weihnachten. Der "Service public" Auftrag gebietet es!.
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