24.05.2007

Gewerkschaften

Garantien von Tamedia/Espace verlangt

Sorgen um Arbeitsplätze und Medienvielfalt.

Die Mediengewerkschaften haben keine Freude an der Übernahme der Espace Media Groupe durch Tamedia. Urs Thalmann, Zentralsekretär des Journalistenverbands impressum, macht sich vor allem Sorgen um Arbeitsplätze und um die Medienvielfalt in Bern.

"Es ist fraglich, ob es noch möglich ist, unabhängige Zeitungen in Bern zu haben", sagte er auf Anfrage. Jede weitere Konzentration führe zu noch weniger Konkurrenz und damit zu weniger Druck auf die einzelnen Medien, sich abzugrenzen und eigenständig zu arbeiten.

"Das wird schwierig, wenn alles unter einem Dach vereint ist." Weniger Probleme hat Thalmann dagegen mit der Übernahme eines Berner Hauses durch einen Zürcher Verlag. Im Gegenteil: Ihm würde mehr Sorgen machen, wenn sich zwei Blätter am gleichen Ort zusammenschliessen würden.

Comedia will Garantien

Auch bei der Mediengewerkschaft comedia fürchtet man um die Medienvielfalt in der Region Bern. Mit der Übernahme sei das "Berner Modell" sicher gefährdet, sagte Co-Präsident Roland Kreuzer. Comedia will darum von Tamedia Garantien, dass die Unabhängigkeit und die Vielfalt der Medien in Bern erhalten bleibt.

Der "Einheitsbrei" werde sonst noch grösser - ohnehin lese man schon heute überall das Gleiche. Die Gewerkschaft befürchtet aber auch, dass in Bern Produktionsstandorte aufgehoben werden. Diesbezüglich seien die Erfahrungen mit Tamedia schlecht, sagte Kreuzer, der von einem drohenden Kahlschlag spricht.

Verärgert zeigte er sich über die Tatsache, dass Tamedia über 200 Millionen Franken aufwerfen könne, während die letzte generelle Lohnerhöhung 20 Franken betragen habe. "Da sieht man, woher das Geld kommt."


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