Sie sprechen von einem interaktiven Sender. Was habe ich als Zuschauer zu erwarten?
Konkret heisst das, dass der Zuschauer am Sendeverlauf teilnehmen kann. Es handelt sich um teilweise schon bekannte Spiele, aber auch um solche, die wir noch am entwickeln sind - Spiele, die über das Telefon und das Internet zu steuern sein werden.
Wie definieren Sie Ihre Zielgruppe?
Wir denken an Jugendliche ab dem Alter von 15 Jahren, an Leute, die gerne spielen.
Ist das für die Werbeindustrie interessant genug? Oder zugespitzt: Wie soll sich Star Games finanzieren?
Vieles wird über den Konsumenten, der an den Spielen teilnimmt, selber finanziert. Weiter wollen wir durch Preisverlosungen für verschiedenste Sponsoren eine interessante Plattform bieten. Bei beliebten Spielen wie Formel 1 sind bereits im Spiel selber Sponsoren präsent. Diese Form streben wir auch an.
Haben Sie schon Sponsoren und Partner gefunden?
Wir arbeiten mit der TME Group zusammen, was uns einige israelische Produkte bringt. Dazu werden wir sicher Nintendo angehen, und Sony ist schon seit Bestehen von StarTV ein Partner. Auch sind wir mit Highspeed-Anbietern im Gespräch und suchen den Kontakt zu weiteren Spieleherstellern.
Lohnt sich ein eigener Sender? Wäre eine Integration als Sendegefäss bei StarTV nicht ökonomischer gewesen?
Das haben wir uns auch überlegt. Die Zielgruppen hätten aber ein Wochenendprogramm verlangt, und da wir ein Wiederholungssender sind, der die Perlen des Programms genau dann wiederholt, mussten wir eine andere Lösung finden. Am Wochenende hätte es uns zu viele Ratings gekostet. Deswegen die zweite Konzeption, um auch zu sehen, wen dieser neue Inhalt überhaupt anspricht.
Wo sehen Sie Entwicklungsmöglichkeiten eines solchen Senders?
Wir haben vor einiger Zeit schon mit dem virtuellen Spielfilm angefangen, wo wir Episoden durch Zusammenschnitt als Film darstellen. Ich glaube, das ist eine Möglichkeit, wo der Zuschauer direkt im Programm eingreifen kann. -- Es wird darauf ankommen, wie sich die Game-Industrie entwickeln wird. Wir hoffen, dass sich die Games gegen die übrigen Programme behaupten können. Es besteht nun einmal nur im Fernsehen die Möglichkeit, dass die Games von vielen Leuten gesehen werden, ganz im Gegensatz zum Internet, wo der technische Aufwand nur schon für die Leitungen zu gross wäre.
Ab wann sind schwarze Zahlen zu erwarten?
Wir möchten mit schwarzen Zahlen starten, so wie wir das immer machen (lacht). Mit der TME Group haben wir als Option die Möglichkeit per Satellit europaweit auszustrahlen. Die Schweiz dient uns als guter Testmarkt, auch aufgrund der Industrie. Wenn das funktioniert, wollen wir den gesamten deutsch-sprachigen Raum anvisieren und letztlich auch ganz Europa.
Greifen Sie auf Manpower von StarTV zurück oder bauen Sie ein neues Team auf?
Aufgrund des TV-Knowhows machen wir das redaktionell und programmtechnisch mit StarTV, für das Game-Knowhow unterstützt uns die TME Group.
Wie sieht es mit dem Marketing aus?
Das bleibt bei StarTV. Wir bauen zur Zeit nicht aus.
Haben Sie überhaupt genug Platz in Schlieren?
Platz ist genug vorhanden. Wir beweisen seit sieben Jahren, dass man Fernsehen auf engem Raum machen kann und nicht die Räumlichkeiten eines TV3 oder neu Kanal 1 braucht.
Woher nehmen Sie den Glauben an das interaktive Fernsehen?
Es geht weniger um den Glauben an etwas. Vor ein paar Jahren haben wir mit einem SMS Live-Chat begonnen, wobei auch niemand wusste, ob es ein Erfolg werden würde oder nicht. Dies war die erste interaktive Sendung überhaupt, wo der Zuschauer in die Sendung schreiben konnte mit einer unmittelbaren Reaktion des Moderators. Auch NetGate oder NetLive in Zusammenarbeit mit Bluewin waren erfolgreiche Projekte. Wir sehen uns nach wie vor als Vorreiter und versuchen herauszufinden, was die künftigen Möglichkeiten des Fernsehens sind.

