10.04.2019

Druckereien in der Krise

Müller Martini baut 115 Stellen ab

Der Abbau finde in den nächsten Monaten statt. Der Herstellerin von Systemen für die Druckverarbeitung droht die Schliessung.
Druckereien in der Krise: Müller Martini baut 115 Stellen ab
Maschinen von Müller Martini werden an Druckereien in der ganzen Welt geliefert. (Bild: mullermartini.com)

Müller Martini, Herstellerin von Systemen für die Druckverarbeitung mit Hauptsitz in Zofingen AG, streicht 115 der 800 Stellen in der Schweiz. Dem Standort Stans NW droht die Schliessung.

Die 115 Arbeitsplätze würden in den kommenden Monaten abgebaut, teilte Müller Martini am Mittwoch mit. Als Teil der Massnahme werde die Schliessung der in der Teilefertigung tätigen Betriebsstätte in Stans mit 60 Mitarbeitenden geprüft.

Seit einiger Zeit werde ein markanter Rückgang bei den Bestellungen von Neumaschinen verzeichnet, begründet Müller Martini den Abbau. Die Druckindustrie stehe unter enormem Druck. Viele Kunden hielten sich, insbesondere im Buch- und Magazinmarkt, selbst mit überfälligen Investitionen zurück.

Die Verantwortlichen des Familienunternehmens unternahmen nach eigenen Angaben in den letzten Monaten alles, um den Erhalt der Arbeitsplätze trotz des Wegbruchs der Aufträge zu sichern.

Man sei jedoch zum Schluss gelangt, «dass wir den markanten Rückgang im Bereich der Neumaschinen nicht ohne schmerzhafte Einschnitte auffangen können», wird CEO Bruno Müller in der Medienmitteilung zitiert.

Das Familienunternehmen stellt in Aussicht, den Abbau so sozialverträglich wie möglich zu gestalten. Der Stellenabbau solle daher wo immer möglich über ordentliche oder vorzeitige Pensionierungen, Altersteilzeit und natürliche Fluktuationen abgefedert werden. Es werde ein Sozialplan ausgearbeitet.

Das 1946 gegründete Familienunternehmen Müller Martini hat seinen Hauptsitz in Zofingen und ist mit weltweit 1800 Mitarbeitenden in der Entwicklung und Produktion von industriellen Systemlösungen für die Druckweiterverarbeitung tätig. (sda/eh)

 


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KOMMENTARE

Rolf Veraguth
11.04.2019 10:06 Uhr
"Druckereien in der Krise", "Müller Martini baut 115 Stellen ab" und "der Herstellerin von Systemen für die Druckweiterverarbeitung droht die Schliessung." Wieso sind plötzlich die Druckereien in der Krise, wenn ein Zulieferer mit dem Absatz von Maschinen Mühe bekundet? Dass die grafische Industrie unter Druck steht ist klar. Und dass der Herstellerin gar die Schliessung drohe ist schon fast rufschädigend. Dabei geht es "nur" um das Werk in Stans. Ich bitte lediglich um etwas mehr Fingerspitzengefühl beim Setzen solcher Headlines. Es ist schon schlimm genug, dass 115 Stellen abgebaut werden.
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