29.01.2024

Tamedia

Nik Walter wird entlassen

Nach 27 Jahren beim Tages-Anzeiger und der SonntagsZeitung hatte der Wissenschaftsredaktor kürzlich seinen letzten Arbeitstag bei Tamedia. Künftig schreibt er dort nur noch als freier Autor.
Tamedia: Nik Walter wird entlassen
War seit 1997 für Tamedia festangestellt: Der Wissenschaftsjournalist Nik Walter. (Bild: zVg)
von Michèle Widmer

Weit über hundert Menschen demonstrieren am 31. Oktober 2023 vor dem TX-Group-Gebäude in Zürich gegen den Stellenabbau bei Tamedia und 20 Minuten (persoenlich.com berichtete). In diesen Tagen hatten etwa 80 Mitarbeitende in der Deutschschweiz und der Romandie die Kündigung erhalten. Betroffen war auch Nik Walter, langjähriger Wissenschaftsredaktor und Ressortleiter bei Tages-Anzeiger und SonntagsZeitung. «Ich habe dem Angebot einer Kündigung im Rahmen des Sozialplans zugestimmt – nicht ganz freiwillig», wie er im Gespräch mit persoenlich.com sagt. 

Das Team Wissen, welches im Sommer 2020 ins Ressort Leben integriert wurde, umfasste bisher sieben Redaktorinnen und Redaktoren. Im Rahmen der angekündigten Sparmassnahmen musste eine Stelle weg. «Für mich war eigentlich immer klar, dass ich bis zu meiner Pensionierung im Sommer 2025 weiterarbeiten will», sagt Walter. Er habe das Angebot von Tamedia zusammen mit HR durchgerechnet und sei für sich zu dem Schluss gekommen, es anzunehmen. Auch mit Blick auf seine Kolleginnen und Kollegen im Team, die alle noch ein paar Jahre weiter von der Pensionierung entfernt sind. 

Den Leserinnen und Lesern wird Walters Weggang kaum ins Auge fallen. Er wird weiter für den Tages-Anzeiger schreiben, einfach als freier Autor, wie er sagt. Auch andere Medien hätten deswegen bereits bei ihm angeklopft. 

Walter arbeitete seit 1997 für Tamedia. Von 1999 bis Ende 2021 leitete er das Ressort Wissen. 2013 hat er den Prix Media der Akademie der Naturwissenschaften gewonnen.



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Kommentare

  • Urs-Werner Merkli, 09.02.2024 11:54 Uhr
    Sehr fragwürdige Entlassungen, problematische Zusammenarbeit mit der Süddeutschen und ein willkürlicher Umgang mit den Lesermeinungen.
  • Rudolf Penzinger, 02.02.2024 08:32 Uhr
    Wo bleibt der solidarische Protest der Kollegen und Leser?
  • Victor Brunner, 01.02.2024 12:29 Uhr
    Geehrter Lüond, seit Jahren kann sich TA und deren Regionalzeitungen Wissensabbau "leisten" und kompetente Leute feuern. Zur Not kann das Unternehmen immer noch Artikel billig "ennet der Grenze" bei den Münchnern einkaufen, wie bei der Auslandberichterstattung. Bestimmt wird sich der TA wieder einmal entrüsten wenn in einem Unternehmen Leute hinaus "komplimentiert" werden die kurz vor der Pensionierung stehen. Der Journalismus ist nicht wegen sinkender Bezahlbereitschaft gefährdet, sondern wegen der unverantwortlichen Expansions- und Personalpolitik der Medienhäuser, CH Media, Ringier, Tages-Anzeiger. Sie verlieren täglich an Glaubwürdigkeit!
  • Karl L¸ˆnd, 01.02.2024 10:02 Uhr
    Meine bescheidene Erfahrung als Redaktionsleiter hat mich gelehrt, dass nur die gute Mischung von Kolleginnen und Kollegen mit diversen Biografien und Qualifikationen zu optimalen Ergebnissen führt. Der Abbau von älteren KollegInnen mag budgetfixierte Personalchefs und ihre Vorgesetzten zufriedenstellen. Aber mit den Älteren, Erfahrenen, die jetzt wo immer möglich ausgesondert werden, gehen auch Wissen, Beziehungen, Überblick usw. verloren. Ich bin davon überzeugt, dass nur die grösstmögliche Mischung von jungen/älteren, weiblichen/männlichen Mitarbeitenden, von Studierten und Quereinsteigern dauerhafte Qualität sichert. Einen wie Nik Walter, der 27 Jahre lang – davon 22 in führender Position – gut genug gewesen ist, einfach abzuservieren, muss man sich leisten können.
  • Peter Fiala, 30.01.2024 16:28 Uhr
    Und so soll die journalistische Qualität gewährleistet sein! Selber schuld, wer noch den Tagesanzeiger abonniert oder am Kiosk kauft!

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