08.06.2024

NZZ

Pamela Rosenkranz gestaltet Kunstausgabe

In ihren Gemälden, Skulpturen und Installationen erforscht die Schweizer Künstlerin Pamela Rosenkranz das Phänomen der Wahrnehmung. Wie Kunst mit den Nachrichten der Zeitung interagiert, ergründete die Künstlerin einmalig in der Neuen Zürcher Zeitung vom Samstag.
NZZ: Pamela Rosenkranz gestaltet Kunstausgabe
Pamela Rosenkranz verwendet eine Vielzahl von Materialien wie Licht, Farbe, Spiegel und Düfte, um die Wechselwirkung zwischen Sinneseindruck und Empfindung zu untersuchen. (Bild: Marc Asekhame)

Die Kunst von Pamela Rosenkranz ist sehr vielfältig. In ihren Werken untersucht sie Systeme, mit denen der Mensch der natürlichen Welt Bedeutung verleiht. Sie beschäftigt sich mit dem Bedürfnis des Menschen, Bedeutung zu konstruieren, um sich in seiner Lebenswelt zurechtzufinden. Dabei schafft sie Verbindungen, die den Betrachtern unerwartete Zusammenhänge zwischen Objekten und Ideen offenbaren. Mit ihrer Kunst möchte sie Fragen stellen, ohne Urteile zu fällen, erklärt die Künstlerin im NZZ-Interview mit Feuilletonchef Benedict Neff.

Ihr künstlerisches Schaffen präsentierte Rosenkranz am Samstag in der Neuen Zürcher Zeitung, die an diesem Tag als Kunstausgabe erschien: «Ich möchte sehen, wie sich die Bilder und die Inhalte verbinden. Ich weiss noch nicht, wie diese Tageszeitung am Tag der Publikation aussehen wird, welche Nachrichten und Schlagzeilen sie enthält. Wie funktioniert die Kunst mit der Wahrheitskraft der Zeitung? Wir werden es sehen. Die Bilder sind so ausgewählt, dass alles Mögliche passieren kann», wurde Rosenkranz vorab in einer Mitteilung zitiert.

Im Feuilleton-Teil der Kunstausgabe erwartet die Leserinnen und Leser neben dem Interview mit Benedict Neff auch ein Portrait über ihr künstlerisches Wirken, geschrieben von Feuilletonredaktor Philipp Meier.

Zusätzlich zur Kunstausgabe hat Rosenkranz für die NZZ eine exklusive Siebdruck-Edition kreiert. Jedes Werk ist ein Unikat. Im Studio wählte sie verschiedene Farbtöne aus, die im Siebdruckverfahren von Hand auf Spiegel aufgetragen wurden. Die Spiegelarbeiten sind in Plexiglasrahmen mit Schattenfuge gefasst, wodurch sie schwebend wirken und ihr flüchtiger Charakter betont wird. Die Kunstwerke werden zum Preis von 6500 Franken pro Stück im NZZ Shop verkauft.

Die Schweizer Künstlerin Pamela Rosenkranz ist für ihre konzeptuelle Kunst bekannt. Ihre Werke werden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert und befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen. 2015 vertrat sie die Schweiz mit ihrem Projekt «Our Product» an der Biennale in Venedig. Aktuell ist ihre Installation «Old Tree» auf der High Line in New York zu sehen. Rosenkranz ist 1979 geboren und in Flüelen, Spiez und Zürich aufgewachsen, wo sie heute nach Stationen in Amsterdam und New York wieder lebt. (pd/cbe)


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KOMMENTARE

Christian Rentsch
11.06.2024 02:20 Uhr
Dass mir bei der morgendlichen Lektüre der NZZ ein bisschen Himbeer-Konfitüre auf die Zeitungs getropft sind, ist mir vielleicht auch schon mal passiert, ohne dass mir das als Kunst vorgekommern wäre. Und ob ein paar mit etwas Rot verschmierte Seiten wirklich grossartige Kunst sind, wage ich doch ein bisschen zu bezweifeln. Unverschämte Frage: Wäre den NZZ-Leserinnern und -Lesern nicht mehr gedient, wenn sie auf all diesen leeren Seiten etwas über Kulturveranstaltungen im In- und Ausland, über wichtige Romane und Sachbücher, über kulturpolitische Fragen und Entscheide informiert würden?

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