23.06.2024

SRF

«Rundschau» wehrt sich gegen CH Media

Nach einem Bericht in der Schweiz am Wochenende hat die Redaktion eine Stellungnahme veröffentlicht. Die CH-Media-Zeitungen berichteten zuvor, dass sich Mitarbeitende über den Führungsstil des Redaktionsleiters beklagt haben sollen.

Mitarbeitende der SRF-Sendung «Rundschau» haben sich über fehlende Anerkennung, unzureichende Planung und Thesenjournalismus der Redaktionsleitung und Produktion beschwert. Annahmen müssten bestätigt werden, obwohl die Realität etwas anderes zeigte, zitierte CH Media am Samstag aus einem internen Dokument.

Die Fluktuation auf der Redaktion betrage 23,5 Prozent in einem halben Jahr. In den letzten zwei Jahren hätten zwei Mitarbeitende ein Burn-out erlitten und eine dritte Person sei kurz vor einer Erschöpfungsdepression gestanden.

SRF wies gegenüber CH Media die Vorwürfe zurück. Sie seien intern aufgearbeitet worden. Es seien keine Verstösse gegen interne Richtlinien festgestellt worden. Diese besagen, dass Thesenjournalismus inakzeptabel ist.

Stellungnahme der Redaktion

Am Sonntag reagierte die «Rundschau»-Redaktion. Der «weitaus grösste Teil der 16 Reporterinnen und Reporter, die für das Politmagazin tätig sind, haben im Nachgang zum Artikel eine Stellungnahme verfasst», schreibt SRF. Darin würden sie sich von der Berichterstattung distanzieren und sich hinter Redaktionsleiter Mario Poletti stellen.

Die Stellungnahme im Originalwortlaut:

«Wir, Journalist:innen der ‹Rundschau, stellen uns hinter unsere Redaktionsleitung und wehren uns gegen die Medienartikel. Einige Passagen sind nicht korrekt, andere aus dem Zusammenhang gerissen. Es findet kein Aufstand gegen die Redaktionsleitung statt. Das zitierte Papier war eine Diskussionsgrundlage für eine Retraite, die vor einem Jahr stattgefunden hat.

Auf der ‹Rundschau-Reaktion gibt es viele Journalisten und Journalistinnen, die seit Jahren für diese Sendung arbeiten und sowohl mit der Arbeitssituation als auch mit der Reaktionsleitung zufrieden sind. Wir erleben Redaktionsleiter Mario Poletti als engagierten Chef, der mit Herzblut im Journalismus tätig ist.

Einige der genannten Inhalte sind falsch. Dies hat sich in Gesprächen, die auf dieses interne Schreiben folgten, herausgestellt. Andere sind Momentaufnahmen und Aussagen einzelner Journalist:innen. An der Retraite vor einem Jahr wurden Spannungen diskutiert und Lösungen gesucht.

Die Arbeitslast in der ‹Rundschau ist unbestritten hoch, dies führt zu Stress bei den Journalist:innen. Dies ist allerdings nicht der Redaktionsleitung geschuldet, sondern eine Folge des zunehmenden Drucks, den alle Medienhäuser der Schweiz erleben.

Dezidiert wehren sich die ‹Rundschau-Journalist:innen gegen den beschriebenen Thesen-Journalismus. Es ist nicht korrekt, dass die Redaktionsleitung dies fördert oder gar verlangt.

Im Namen der ‹Rundschau-Redaktion: Rahel Sahli und Gion-Duri Vincenz.» (sda/pd/cbe)


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KOMMENTARE

Michael Bonanomi
26.06.2024 20:35 Uhr
Herr Brunner, SRG ist kein Staatssender.
Andi Neukomm
24.06.2024 09:13 Uhr
Werter Herr Brunner Egal in welcher Situation: Wenn mir gesagt wird, dass alles ok sei, dann glaube ich das. Darum vertraue ich den Worten der Rundschau Redaktion. Was soll aufgeklärt werden?
Victor Brunner
23.06.2024 08:08 Uhr
Wenn MitarbeiterInnen behaupten sie müssen Thesenjournalismus betreiben dann muss geklärt werden, nicht in dünnen Statements und Beschwichtigungen, sondern in klaren Stellungnahmen zu den Vorwürfen. SRG hat ein hervorragendes Format dazu, die RUNDSCHAU. Haben Vorgesetzte wie Wappler, Brenn und Poletti ein Problem mit Klärung, stimmen die Vorwürfe wie schlechter Umgang mit den Angestellten, Vorwürfe das bei RUNDSCHAU Beiträgen der Tenor schon feststeht bevor recherchiert wurde? Im Journalismus ein ungeheuerlicher Vorwurf! SRG ist ein öffentlicher Sender, die Öffentlichkeit hat das Recht auf Aufklärung. Interessant, Zimmermann behauptet in einem WeWo Artikel das Bucheli trotz Beteuerungen in einer CLUB Sendung letztes Jahr die Temperaturen in verschiedenen Orten immer noch nicht im Griff hat. Was läuft beim Staatssender falsch?

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