YouTube könnte in Russland teilweise oder ganz gesperrt werden, teilte die Medienaufsichtsbehörde Roskomnadzor der Agentur Interfax zufolge am Mittwoch mit. Sie habe Google, wozu YouTube gehört, ein Schreiben geschickt und darin gefordert, alle Beschränkungen «so schnell wie möglich» aufzuheben. Sollte Google nicht reagieren, werde der US-Konzern zunächst verwarnt, hiess es.
Roskomnadzor begründete das Vorgehen damit, dass Google gegen die «Grundprinzipien der freien Verbreitung von Informationen und des ungehinderten Zugangs dazu» angeblich verstossen habe. Das sei ein «Akt der Zensur russischer Medien».
Als Grund für die Sperrung zweier deutscher Kanäle von RT am Dienstag hatte YouTube einen Verstoss gegen Richtlinien genannt. Unlängst sei RT DE darauf aufmerksam gemacht worden, dass das Staatsmedium gegen die Richtlinie zur Desinformation im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie verstossen habe.
Google zu neuer Geldstrafe in Russland verurteilt
Der US-Internetriese Google ist in Russland derweil zu einer neuen Geldstrafe von 6,5 Millionen Rubel (umgerechnet 77'000 Euro) verurteilt worden, weil er unerwünschte Inhalte nicht konsequent gelöscht haben soll. Das entschied ein Gericht am Mittwoch in Moskau.
Das Unternehmen war wie auch Facebook, Twitter und TikTok in den vergangenen Monaten wiederholt zu Geldstrafen verurteilt worden (persoenlich.com berichtete). Einige Internetkonzerne gingen zuletzt gegen diese Urteile vor.
Die russischen Behörden werfen ihnen vor, Inhalte wie kinderpornografisches Material und Suizidaufrufe nicht entfernt zu haben. Kritiker beklagen dagegen, Russland versuche damit, die Meinungsfreiheit im Internet einzuschränken. (sda/dpa/tim)

