Chinesische Menschenrechtsaktivisten sind nach Angaben des US-Unternehmens Google Ziel von Cyber-Angriffen geworden, die aus der Volksrepublik selbst kamen. Der Konzern drohte damit, seine Aktivitäten in dem Land einzustellen. In China ansässige Internet-Spione hätten Google und weitere 20 Firmen "angegriffen", um die Internet-Spuren der Menschenrechtsaktivisten in der ganzen Welt zu verfolgen, teilte der US-Konzern am Dienstag in San Francisco mit.
"Wir haben eine sehr ausgeklügelte Attacke gegen unsere Infrastruktur entdeckt, die aus China kommt", erklärte der Chef der Rechtsabteilung des Internet-Konzerns, David Drummond. Der Angriff habe mindestens 20 weiteren Unternehmen gegolten, vor allem im Internetbereich aber auch im Finanz- und Technologiesektor. Laut Drummond hat Google "den Beweis, dass es das oberste Ziel der Angreifer war, Zugriff auf die E-Mails von chinesischen Menschenrechtsaktivisten zu bekommen".
Google will nun die Ergebnisse seiner Internet-Suchmaschine in China künftig nicht mehr filtern. Dies war von den Behörden der Volksrepublik bisher verlangt worden. In den kommenden Wochen werde man mit den chinesischen Regierung besprechen, auf welcher Basis man in China operieren könne, um ungefilterte Suchergebnisse im Rahmen der geltenden Gesetze anbieten zu können, schrieb Drummond im offiziellen Google-Blog.
"Wir sind uns darüber bewusst, dass dies zum Abschalten von google.cn und zur Schliessung unserer Büros in China führen kann", erklärte Drummond. Google.cn war im Januar 2006 gestartet worden. Der Suchmaschinenkonzern hatte sich damals verpflichtet, die Gesetze in der Volksrepublik China einzuhalten und auf der chinesischen Google-Seite gefilterte Suchergebnisse angeboten. Diese Geschäftspolitik war von Kritiker als ein Einknicken vor der staatlichen Zensur angeprangert worden. (sda)

