Nach rund 36 Jahren verschwindet eine prägende Stimme der Schweizer Regionalpresse: Der Verband Schweizer Regionalmedien (VSRM) wird aufgelöst. Der entsprechende Beschluss fiel an der Generalversammlung im März 2026. Spätestens im Juni endet die Tätigkeit des Verbandes endgültig.
Gratiszeitungen mit definierten Qualitätsstandards
Gegründet wurde die Organisation 1990 von einer Gruppe unabhängiger Verleger regionaler Gratiszeitungen unter dem Namen Verband Schweizer Gratiszeitungen (VSGZ). Ziel war es von Beginn an, die Interessen wöchentlich erscheinender Gratiszeitungen mit klar definierten Qualitätsstandards zu vertreten. Der Verband grenzte sich bewusst von reinen Anzeigenblättern ab.
Wichtige Stimme in der Medienlandschaft
Strategische Neuausrichtung
Ein bedeutender Einschnitt erfolgte 2020 mit der strategischen Neupositionierung des Verbandes. Aus dem Verband Schweizer Gratiszeitungen wurde der Verband Schweizer Regionalmedien. Mit der Umbenennung wollte man sich bewusst vom Begriff «Gratis» lösen und stattdessen journalistische Qualität, regionale Relevanz und politische Anerkennung stärker in den Mittelpunkt stellen – insbesondere im Zusammenhang mit der Diskussion um Medienförderung.
Im März 2012 wurde Dani Sigel an der Generalversammlung in Adligenswil zum Präsidenten gewählt. Er trat die Nachfolge von Thomas Ackermann an und prägte den Verband während rund zehn Jahren massgeblich. Seine Präsidentschaft stand vor allem im Zeichen der Professionalisierung und der stärkeren politischen Sichtbarkeit regionaler Medien. Unter Sigels Führung wurden die Online-Aktivitäten ausgebaut, die politische Interessenvertretung gegenüber Bund, Post und Werbewirtschaft intensiviert sowie das nationale Kombi-Angebot gestärkt.
Einsatz für faire Posttarife
Generell verstand sich der VSRM über Jahrzehnte als Interessenvertretung der regionalen Presse. Der Verband engagierte sich für Medienförderung, faire Posttarife, die Gleichbehandlung regionaler Medien sowie für gemeinsame Promotions- und Vermarktungsangebote. Zudem vertrat er die werbewirtschaftlichen Interessen seiner Mitglieder und stärkte deren nationale Sichtbarkeit.
Zuletzt war die Beteiligung innerhalb des Verbandes jedoch deutlich zurückgegangen. Die strukturellen Veränderungen in der Medienbranche, die zunehmende Konzentration sowie der wirtschaftliche Druck erschwerten die gemeinsame Verbandsarbeit zunehmend. Schliesslich überwog die Erkenntnis, dass ein Fortbestand aufgrund der tiefen Mitgliederbeteiligung nicht mehr sinnvoll sei.

