21.06.2024

Kath.ch

Vorstand des Medienzentrums ersetzt

An der Generalversammlung des Katholischen Medienzentrums ist es am Donnerstagabend zu einem Eklat gekommen.

Das katholische Medienzentrum hat an einer ausserordentlichen Generalversammlung am Donnerstagabend seinen gesamten Vorstand ausgewechselt. Von den bisherigen vier Mitgliedern des Vereins, der das Portal kath.ch führt, hatte sich niemand mehr zur Verfügung gestellt.

Urs Brosi, der Generalsekretär Dachverband der Landeskirchen (RKZ), bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Freitag den Entscheid. Zuvor hatten tagesanzeiger.ch und blick.ch darüber berichtet. Vier der neu gewählten Vorstandsmitglieder seien bei der Wahl nicht anwesend gewesen, zwei der Ehemaligen hingegen schon.

Simon Spengler, der Kommunikationsverantwortliche der Katholischen Kirche im Kanton Zürich, hatte erst am Mittwoch nach 15 Jahren seinen Rücktritt aus dem Vorstand eingereicht. In seinem Rücktrittsschreiben, das Keystone-SDA vorliegt, kritisierte er die Umstände rund um die Wahl des neuen Chefredaktors Christian Maurer aufs Schärfste (persoenlich.com berichtete).

Die Zuständigen der SBK und der RKZ hätten dabei die Evaluationsarbeit und den Vorschlag des Vorstands sabotiert und öffentlich desavouiert. Das habe sein Vertrauen in die Verantwortlichen zerstört. Maurers Ernennung hatte bereits im April zum Rücktritt eines Vorstandsmitglieds geführt.

Spannungen seit Jahren

Brosi sagte, er verstehe Spenglers Enttäuschung. Die Kritik treffe aber so nicht zu. Denn der Austausch des Vorstands stehe nicht ausschliesslich in Zusammenhang mit dem Thema Missbrauch in der Kirche oder der Ernennung des neuen Chefredaktors. Es gehe um einen längeren Konflikt zwischen dem Medienzentrum und seinen Auftraggebenden, der SBK und der RKZ.

Bereits 2022 sei es wegen einer zunehmenden «Boulevardisierung» von kath.ch unter dem früheren Chefredaktor eine Mediation nötig geworden. Und in den letzten Monaten habe die Spannung noch zugenommen. Deswegen sei jetzt der Moment gekommen, «neue Köpfe zu platzieren», sagte Brosi. Ihr Ziel sei aber nicht eine Webseite mit einem Bischof-gehorsamen Kurs sondern ein unabhängiges Medium, das verschiedene Positionen argumentativ darlege. (sda/wid)


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