07.02.2024

#MediaToo

Weitere Belästigungen bei WOZ aufgedeckt

Eine Untersuchung durch Juristin Claudia Kaufmann stellt fest, dass die internen Massnahmen nicht genügen. «Wir werden im Kollektiv umgehend die nötigen Schritte einleiten», schreibt die WOZ in eigener Sache.
#MediaToo: Weitere Belästigungen bei WOZ aufgedeckt
Die WOZ gab letzten Sommer eine externe Untersuchung bei einer ausgewiesenen Fachperson in Auftrag. (Bild: Kestone/Christian Beutler)

«Es tut uns leid, dass es in der Vergangenheit bei der WOZ zu Fehlverhalten gekommen ist», schreibt die Genossenschaft Infolink, Herausgeberin der WOZ, in eigener Sache. «Die Betroffenen bitten wir dafür in aller Form um Entschuldigung – vor allem auch für die erlebte psychische Belastung und dafür, dass unser Betrieb keine vertrauensvolle Unterstützung gewährleisten konnte.»

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe wegen sexueller Belästigung gegen einen ehemaligen Mitarbeiter hat die Wochenzeitung WOZ die Juristin und Gleichstellungsfachfrau Claudia Kaufmann beauftragt, die Vorkommnisse zu untersuchen (persoenlich.com berichtete). «Insgesamt gingen achtzehn Meldungen bei Claudia Kaufmann ein, wobei nicht alle dieser Personen selbst eine Verletzung ihrer persönlichen Integrität erfahren haben», heisst es nun nach Vorliegen des Untersuchungsberichts. Gemeldet werden konnte dabei «jede empfundene Verletzung der persönlichen Integrität (namentlich Mobbing, Diskriminierung, sexuelle Belästigung) von 2005 bis heute».

Was das mutmassliche Fehlverhalten des früheren Mitarbeiters betreffe, würden sich die eingegangenen Meldungen im Wesentlichen mit den bereits publik gewordenen Vorwürfen decken. Doch: Es seien auch weitere sexuelle Belästigungen gemeldet worden, die durch andere Mitarbeiter der WOZ erfolgt seien. «Zu diesen Vorfällen macht der Bericht aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes sowie der zugesicherten Vertraulichkeit keine konkreten Angaben. Die WOZ verfügt über keine weiteren Informationen dazu», heisst es.

Kaufmann stellte fest, dass die internen Massnahmen und Reglemente auch heute nicht genügen würden, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausreichend vor Verletzungen der persönlichen Integrität zu schützen. «Wir nehmen die Erkenntnisse aus der unabhängigen Untersuchung sehr ernst und werden im Kollektiv umgehend die nötigen Schritte einleiten, um die Empfehlungen des Berichts für ein sicheres Arbeitsklima bei der WOZ umzusetzen», heisst es weiter.

Der ehemalige WOZ-Journalist arbeitete später bei der Republik, wo er im Herbst entlassen wurde. (cbe)



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