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Wemf-Zahlen: Ein schlaues Vorhaben

Peter Wanner ist ein cleverer Schachzug gelungen: die neue «Schweiz am Wochenende». Am 4. März wird sie erstmals erschienen. Wobei das Blatt nicht wirklich neu ist. Entweder handelt es sich um eine ausgebaute Samstagsausgabe der «Aargauer Zeitung» oder um die «Schweiz am Sonntag», die bereits am Samstag erscheint, wie Chefredaktor Patrik Müller das Vorhaben Ende 2016 ankündigte. 

Die «Schweiz am Wochenende» ist aus unternehmerischer Sicht schlau. Erstens sinken die Kosten. Nicht nur die teure Sonntagsauslieferung fällt weg. Künftig kann sich die Redaktion der «Aargauer Zeitung» bereits am Donnerstagabend ins Wochenende verabschieden, denn die Samstagsausgabe liefert ja die jetzige «Schweiz am Sonntag» (SaS), resp. die neue «Schweiz am Wochenende». Und die bislang räumlich noch von der «Aargauer Zeitung» getrennte SaS-Redaktion muss am Samstag nicht mehr ins Büro; sie kann ihre Texte bereits am Freitagabend zum Druck abschicken.

Zweitens ist der Name gut gewählt. «Schweiz am Wochenende» markiert – über die Region hinaus – eine nationale Ausstrahlung. Diese Marke sowie die Tatsache, dass nun ernsthaft darüber diskutiert wird, die Kriterien für die Wemf-Erhebungen so zu verändern, dass die «Schweiz am Wochenende» mit den Sonntagszeitungen verglichen werden kann, ermöglicht es Wanner weiterhin an gewisse lukrative Werbegelder heranzukommen. Die Werbeindustrie schätzt die Sonntagpresse nämlich besonders: Dicke Beilagen, Publireportaten sowie Inserate von Werbeauftraggebern aus dem Finanz-, Immobilien- und Luxussektor beweisen es.

Bei den ganzen Diskussionen, zu welcher Art Zeitung das Blatt gehören wird, ist eigentlich klar: Die «Schweiz am Wochenende» müsste wie die sechste Ausgabe einer Tageszeitung ausgewiesen werden. Oder sie passte allenfalls in die Kategorie «Publikumspresse – Gruppe News- und Themenpresse», genauso wie die «Weltwoche» oder die «Wochenzeitung WoZ». 

Ob nun die Änderung Richtung «Wochenend-Zeitungen» Tatsache wird oder nicht: Es wäre sinnvoller, wenn die Verantwortlichen beim Verband Schweizerischer Werbegesellschaften ganz grundsätzlich hinterfragen, wie zeitgemäss diese Typologisierungen sind in einer digitalisierten Welt, wo Kontakte mit einer Medienmarke über unterschiedliche Kanäle hinweg erfolgen. Wochenzeitungen und Magazine erschienen nicht mehr nur wöchentlich. Und Sonntagszeitungen nicht mehr nur am Sonntag.

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