Migros und Coop bezahlen laut Tages-Anzeiger deutlich tiefere Twint-Gebühren als ihre Konkurrenten. Mehrere unabhängige Quellen hätten der Zeitung bestätigt, dass die beiden Grossverteiler Sonderkonditionen erhalten hätten. Dies sei darauf zurückzuführen, dass sie Twint bereits kurz nach dessen Start 2017 akzeptiert hätten.
Auch die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) würden laut Bericht besonders günstige Tarife haben. Diese Vorzugsbehandlung erkläre, warum von Coop und Migros – anders als von kleineren Händlern – keine Klagen über zu hohe Twint-Gebühren zu hören seien.
Ein Branchenkenner wird mit den Worten zitiert: «Coop und Migros haben einen Sonderdeal, den wir auch gern hätten.» Die prominente Platzierung des Twint-Knopfs an Coop-Self-Checkout-Kassen zeige die gute Stellung der Bezahl-App beim grössten Detailhändler der Schweiz.
Twint bestätigt, dass Händler mit höherem Umsatz teilweise von besseren Konditionen profitieren könnten. Dies sei aber nicht nur bei Twint so, sondern gelte bei den meisten Dienstleistungen.
Coop, Migros und SBB hätten auf Anfrage keine konkreten Angaben zu ihren Gebührenvereinbarungen gemacht. Diese Informationen seien vertraulich und unterlägen internen Vereinbarungen, teilte die Migros mit.
Die Swiss Retail Federation hatte bereits am 7. Juli Anzeige bei der Weko gegen Twint eingereicht – wegen angeblich zu hoher Gebühren und «Missbrauch relativer Marktmacht» (persoenlich.com berichtete). (sda/cbe)

