15.07.2016

Frankreich

Anschlag in Nizza fordert 84 Tote

Über die Tatmotive des Täters, ein 31-jähriger LKW-Fahrer, herrscht noch Unklarheit.

Nach dem Anschlag im südfranzösischen Nizza ist die Zahl der Todesopfer auf 84 gestiegen. 18 weitere Menschen seien sehr schwer verletzt worden, erklärte das französische Innenministerium am Freitagmorgen in Nizza. Zudem gebe es rund 50 Leichtverletzte.

Nach ersten Erkenntnissen der französischen Polizei war der Fahrer des Lastwagens, der am Donnerstagabend in Nizza in eine feiernde Menschenmenge gerast war, nicht politisch radikalisiert. Im Lastwagen wurden Papiere eines franko-tunesischen Mannes gefunden.

Der bei dem Anschlag in Nizza benutzte Lastwagen gehörte laut Medienberichten nicht dem Täter. Das weisse Fahrzeug sei vor einigen Tagen in der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur gemietet worden, meldete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Ermittler.

Weltweit herrscht Abscheu

Weltweit hat der Anschlag Öffentlichkeit und Politiker tief erschüttert. Bundespräsident Johann Schneider-Ammann sagte gegenüber der Nachrichtenagentur sda, er sei schockiert. Die Schweizer Bevölkerung und der Bundesrat fühlten mit den Angehörigen der Opfer. Er drücke Frankreich im Namen der Schweiz seine Anteilnahme aus.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sicherte Frankreich die volle Solidarität Deutschlands zu. «Deutschland steht im Kampf gegen den Terrorismus an der Seite Frankreichs», sagte sie am Freitag am Rande des ASEM-Gipfels im mongolischen Ulan Bator.

«Und ich bin sehr überzeugt, dass wir trotz aller Schwierigkeiten diesen Kampf gewinnen werden.» Alle Teilnehmer des Gipfels seien vereint in der Fassungslosigkeit über den massenmörderischen Anschlag in Nizza. Sie habe dem französischen Aussenminister Jean-Marc Ayrault auf dem Gipfel ihr Mitleid ausgedrückt.

Obama bietet Frankreich Hilfe an

Zuvor hatten bereits US-Präsident Barack Obama, EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und EU-Ratspräsident Donald Tusk ihr Entsetzen über den Anschlag ausgedrückt. Obama bot Frankreich amerikanische Hilfe an. Juncker sprach in einer Erklärung von einem Terror-Akt. Im Kampf gegen den Terrorismus innerhalb und ausserhalb der EU könne Frankreich mit der EU-Kommission rechnen.

Russlands Regierungschef Dmitri Medwedew rief zum gemeinsamen Kampf gegen Terroristen auf. «Europa und Asien müssen sich gegen den Terrorismus vereinen», schrieb Medwedew am Freitag bei Facebook. Medwedew sprach Frankreich sowie den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Auch Russen seien unter den Opfern.

Ausnahmezustand verlängert

Der französische Staatspräsident François Hollande hatte am frühen Freitagmorgen in einer Fernsehansprache angekündigt, Frankreich werde den Ausnahmezustand um drei Monate verlängern. Ursprünglich hätte diese Massnahme am 26. Juli aufgehoben werden sollen. Sie war nach den Pariser Anschlägen vom 13. November 2015 verhängt worden.

Hollande begründete die Verlängerung damit, dass die Attacke von Nizza eindeutig einen terroristischen Hintergrund habe. «Ganz Frankreich ist vom islamistischen Terrorismus bedroht. Wir müssen alles tun, um gegen die Geissel des Terrorismus kämpfen zu können», sagte Hollande. Deswegen sollten zusätzlich Soldaten und Reserven bei den Sicherheitskräften mobilisiert werden.

Italien verschärft Kontrollen Nach dem Anschlag in Nizza hat Italien eine Verschärfung der Kontrollen an der Grenze zu Frankreich beschlossen. Dies berichtete der italienische Innenminister Angelino Alfano, der am Freitagvormittag in Rom ein Gipfeltreffen mit der Polizei zum Thema Sicherheit koordinieren wird.

Bereits am Donnerstag fand eine Sitzung des nationalen Komitees für die öffentliche Ordnung und Sicherheit statt, an der sich die Chefs der Polizei, der Carabinieri und des Heeres beteiligten. Dabei hatte die Regierung in Rom die Sicherheitsvorkehrungen zur Vorbeugung von Anschlägen in Italien erhöht. (sda/lcv)


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KOMMENTARE

R. Todd
16.07.2016 23:10 Uhr
Wer hat eigentlich diesen Lastwagen angemietet, besass der Amokläufer einen LKW-Ausweis, besizt er keinen Ausweis kann er diesen LKW ja nicht selbst angemieten haben, wer hat dann diesen LKW angemietet. Wieso wird der Amokläufer als Terrorist bezeichnet, diese schreckliche Wahnsinnstat wird im Vorfeld gleich als Terrortat benannt, hat dies mit der unmittelbar bevor stehenden Aufhebung bezüglich den zur Zeit noch geltenden französichen Ausnahmegesetzen zu tun. Welche Gründe gibt es in den Medien, dass keine Fragen zu den Hintergründen und den Umständenzu bezüglich der Tat gestellt werden. Es werden mehrheitlich die amtlichen Sachverhaltsdarstellungen von den Medien publiziert, eigene Nachforschungen oder Hinterfragung bezüglich den amtlichen Darstellungen finden nicht statt. Unzählige Ungereimten in den amtlichen Darstellungen zu der Verbrechenstat werden nicht angesprochen durch die Medien.
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