Der Wettbewerb für eine neue Nationalhymne kommt langsam in die entscheidende Phase. Aus den ursprünglich 208 Vorschlägen gelangen ab sofort die besten sechs Beiträge in eine öffentliche Onlinewahl.
Bei diesem ersten Voting werden bis Mitte Mai die drei Finalisten gekürt. Die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft (SGG), welche das Projekt lanciert hat, will die Schweizer Nationalhymne modernisieren, damit sie einen breiteren Rückhalt in der Bevölkerung erhält.
Gleichzeitig soll der Charakter der aktuellen Hymne erhalten bleiben. Die von Alberik Zwyssig im 19. Jahrhundert komponierte Melodie werde in der neuen Hymne wahrscheinlich erkennbar sein, sagte SGG-Geschäftsleiter Lukas Niederberger. "Sie kommt bei der Bevölkerung gut an."
Beim öffentlichen Wettbewerb waren auch Adaptionen der aktuellen Melodie und neu komponierte Versionen zugelassen. Vorgegeben war jedoch, dass die Texte der neuen Hymne auf der Präambel der Bundesverfassung basieren sollen. Diese enthält zentrale Werte wie Demokratie, Vielfalt, Freiheit, Frieden und Solidarität.
Ob es die von der Bevölkerung gewählte Version dann tatsächlich einmal zur offiziellen Nationalhymne schafft, steht noch in den Sternen. Viele seien wahrscheinlich dafür, bei der aktuellen Version zu bleiben.
Die Idee, den über 50-jährigen Schweizerpsalm durch eine modernere Hymne zu ersetzen, war bereits im Vorfeld des Wettbewerbs auf teilweise heftigen Widerstand gestossen. Die Modernisierungsgegner drohten mit einem allfälligen Referendum.
Bis am 15. Mai kürt die Bevölkerung die drei Finalisten. Danach findet vom 8. Juni bis zum 6. September eine zweite Onlineabstimmung statt. Am 12. September kann die Bevölkerung zudem in der TV-Sendung "Potzmusig" auf SRF1 das Finale verfolgen und per SMS und Telefon ihren Favoriten wählen.
Die Autorinnen und Autoren der Wettbewerbsbeiträge bleiben bis zum Abschluss der Wahl anonym. Das Siegerprojekt soll dann einmal den Bundesrat vorgestellt werden. (sda)

