19.02.2026

20 Jahre Partnerschaft

«Es gilt, die Marke zeitgemäss weiterzuführen»

20 Jahre BrandPartner, 20 Jahre Arbeit an Ovomaltine: Die Agentur für Brand- und Packaging-Design aus Basel feiert ein doppeltes Jubiläum. Inhaberin Kerstin Gimenez und Christof Stulz, Marketing-Manager von Ovomaltine, geben Einblicke in die Partnerschaft.
20 Jahre Partnerschaft: «Es gilt, die Marke zeitgemäss weiterzuführen»
Für Christof Stulz von Ovomaltine und Kerstin Gimenez von BrandPartner ist eine transparente Kommunikation zentral für eine gute Zusammenarbeit. (Bild: BrandPartner)

Frau Gimenez, wie kam BrandPartner zu Ovomaltine?
Kerstin Gimenez: Die Wurzeln dieser Partnerschaft reichen tief in meine Zeit vor der Gründung von BrandPartner zurück. 1990 kam ich in die Schweiz zur Agentur Schmidlin & Partner, die damals bereits für die Wander AG tätig war. Über viele Jahre betreuten wir dort verschiedene Marken von Wander. Als wir 2006 die BrandPartner AG gründeten, konnten wir Ovomaltine und Caotina direkt in unser Markenportfolio aufnehmen. Die langjährige Zusammenarbeit hat ein tiefes gegenseitiges Verständnis geschaffen. Natürlich gibt es nach so einer langen Zeit kritische Stimmen, die bezweifeln, dass eine Agentur so viele Jahre lang «frisch» und «unverbraucht» bleiben kann, aber ich denke, wir haben bewiesen, dass es geht! Entscheidend ist, nie in Bequemlichkeit zu verfallen.

«Die Kunst besteht darin, das Design weiterzuentwickeln, ohne dass Konsumierende das Gefühl haben, etwas Vertrautes gehe verloren»

Was ist das Geheimnis einer erfolgreichen Beziehung über 20 Jahre?
Christof Stulz: Das Fundament unserer Zusammenarbeit ist eine offene und transparente Kommunikation. Über all die Jahre hat sich ein gegenseitiges Vertrauen entwickelt, das es erlaubt, auch kritische Themen unverblümt anzusprechen. Hinzu kommen ein ausserordentlich grosser Einsatz auf beiden Seiten sowie eine starke Identifikation mit der Marke. Besonders wertvoll ist das gegenseitige «Challengen»: BrandPartner hinterfragt unsere Annahmen so schonungslos, wie wir ihre Vorschläge beurteilen und bewerten – immer mit dem gemeinsamen Ziel, das bestmögliche Ergebnis für die Marke zu erreichen.

Gimenez: Das sehe ich genauso. Für uns steht das Marken- und Kundenverständnis im Zentrum – und dieses wächst durch den regelmässigen, partnerschaftlichen Austausch. Ein Team wird dann besonders stark, wenn sich jedes Mitglied seiner Rolle, seiner Verantwortung und seiner individuellen Stärken bewusst ist. Ein wesentlicher, oft unterschätzter Erfolgsfaktor ist dabei die echte Freude an der Zusammenarbeit: Wir arbeiten nicht nur für Ovomaltine und Caotina, wir arbeiten mit diesen Marken. Sie begleiten uns seit vielen Jahren – und sind uns längst ans Herz gewachsen.

Wie entwickelt man ein ikonisches Design wie das von Ovomaltine weiter? Was sind dabei die Risiken?
Stulz: Der Schlüssel liegt ganz klar in «Evolution statt Revolution». Als Marketer verspürt man oft den Impuls, Dinge radikal zu verändern. Bei einer ikonischen Marke wie Ovomaltine ist jedoch Fingerspitzengefühl gefragt. Die Kunst besteht darin, das Design kontinuierlich weiterzuentwickeln, zu modernisieren und zu schärfen, ohne dass Konsumierende das Gefühl haben, etwas Vertrautes gehe verloren. Idealerweise nehmen sie die Veränderung gar nicht bewusst wahr – spüren aber, dass die Marke relevant und zeitgemäss bleibt.

Gimenez: Genau dies ist für Designerinnen und Designer eine der anspruchsvollsten Aufgaben überhaupt: Es ist ja viel einfacher, ein komplett neues Design aus der Taufe zu heben oder einer Marke ein «grosses Update» zu verpassen. Dagegen ist die kontinuierliche Feinarbeit an einer über 100-jährigen Markenikone viel herausfordernder. Man muss dabei ständig zurückblicken und vorwärtsdenken, mit gleichzeitigem Verständnis dafür, wo die Marke herkommt, was sie authentisch macht und wohin sie sich entwickeln soll. Es gilt, die Marke zeitgemäss weiterzuführen, ohne jedem Trend hinterherzulaufen – mit Geduld, einer demütigen Haltung und gestalterischer Ausdauer.

«Der Spannungspegel steigt jedes Mal, wenn Ovomaltine eine neue Kategorie erobert»

Herr Stulz, gab es in diesen 20 Jahren ein Projekt oder einen Moment, in dem BrandPartner Sie besonders überzeugt hat?
Stulz: Ja, viele! Besonders hervorheben möchte ich den umfassenden Packaging-Relaunch der gesamten Range im Jahr 2023. Dieses Projekt war nicht nur vom Umfang her sehr anspruchsvoll, sondern auch inhaltlich mutig: Erstmals haben wir das prägnante Ovomaltine-Orange im Hintergrund neu interpretiert und gleichzeitig die Swissness der Marke noch stärker herausgearbeitet. BrandPartner hat hier strategische Klarheit, kreative Sensibilität und operative Exzellenz eindrucksvoll vereint.

Frau Gimenez, welche Projekte oder Momente waren für Sie als Agentur besonders spannend?
Gimenez: Der Spannungspegel steigt jedes Mal, wenn Ovomaltine eine neue Kategorie erobert. Für uns bedeutet das, uns tief in das neue Umfeld hineinzudenken – und gleichzeitig die Authentizität und Vertrautheit von «Ovo» zu bewahren. Genau dieser Moment, in dem der Konsument überrascht und verführt werden will und sich trotzdem sofort zu Hause fühlen soll, macht Projekte wie Ovo Rocks oder Ovo Time so spannend und anspruchsvoll. Aber auch Themen wie Limited Editions oder Merchandising – etwa der Aare-Bag oder die Sommerliege – bereiten uns pure Freude. Die Ovomaltine-Identität in neue Lebenswelten zu bringen, ist für uns eine Aufgabe, die immer wieder fordert und begeistert.



Das ausführliche Interview mit Kerstin Gimenez und Christof Stulz ist in der persönlich-Printausgabe vom Januar/Februar erschienen.


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