Mit "Swiss Days in Russia" in Moskau soll laut dem Schweizer Botschafter in Russland die russische Sicht auf die Schweiz erweitert werden. Um die Moskauer nicht gleich mit "einer völlig fremden Schweiz zu konfrontieren", biete man auch Klischeehaftes.
Die Schweiz sei derzeit vielen Russinnen und Russen vor allem wegen "Fällen von Finanzangelegenheiten, die einen üblen Nachgeschmack hinterliessen" im Bewusstsein, sagte der Schweizer Botschafter in Russland, Walter Fetscherin bei der Vorstellung der vom 16. bis 22. September dauernden "Swiss Days". Mit den "Finanzangelegenheiten", die einen üblen Nachgeschmack hinterliessen, dürfte Fetscherin auf Ermittlungen angespielt haben, die bei der Bestechungsaffäre um die Tessiner Firma Mabetex sowie dem ehemaligen Kreml-Verwaltungschef Pawel Borodin eine Rolle spielten.
Käse aus dem Thurgau
Zudem habe die Schweizer Beteiligung am Flugzeugabsturz am Bodensee "ein einseitiges Licht auf die Schweiz geworfen", sagte Fetscherin weiter. Mit den "Swiss Days" wolle man deshalb eine Woche lang in Moskau präsent sein, um das Bild der Russinnen und Russen auf die Schweiz zu erweitern. Und weil nun einmal auch in Russland die Schweiz das Land der Berge, des Käses und der Schokolade ist, wird auch Traditionelles geboten. Dazu gehört beispielsweise die Präsenz von 2.5 Tonnen Käse aus dem Thurgau - was auch erklärt, warum das Projekt in Frauenfeld vorgestellt wurde.
Vom Käse bis zum Investitionsklima
Deren Vertreter fanden am Donnerstag, mit dieser "Käsepräsenz" schliesse sich ein Kreis. Schliesslich stamme das Rezept des im Thurgau produzierten Tilsiters aus Ostpreussen, das heute zu Russland gehöre. Die Schweizer Tage in Moskau erschöpfen sich aber nicht in Käse und Volksmusik. Sie bieten auch Ausstellung, Schüleraustausch, eine Modenschau, mehrere Round-Table-Diskussionen zu Themen wie Medienvielfalt, internationale humanitäre Hilfe, Menschenrechtsprogramme und dem Investitionsklima in Russland.
Russland: Es geht aufwärts

