Das am Mittwoch auf der Website und in elf Schweizer Filialen zum Verkauf angebotene Modell wird ausschliesslich in der Schweiz verkauft. Bei einem Augenschein im Swatch-Shop in Zürich am Donnerstag war die Uhr ausverkauft – Interessierte können sich auf eine Warteliste setzen lassen.
Die Uhr hat ein quadratisches Gehäuse aus Bioceramic, ein blaues Zifferblatt und ein Quarz-Uhrwerk. Die Ziffern 9 und 3 sind vertauscht – eine Anspielung auf die 39 Prozent. Das Prozentzeichen befindet sich auf dem Batteriedeckel.
«Hopefully, just a limited edition» (Hoffentlich nur eine limitierte Auflage), präzisiert die Marke unter dem Foto des Modells auf ihrer Website sowie auf ganzseitigen Inseraten, die am Mittwoch in der NZZ und im Blick erschienen sind.
«Diese Werbung ist als positive Provokation zu verstehen, ein Augenzwinkern zur aktuellen Situation», teilte ein Sprecher der Swatch Group am Donnerstag der AFP mit. «Sobald die USA ihre Zölle gegenüber der Schweiz ändern, werden wir den Verkauf dieser Uhr sofort einstellen», fügte er hinzu und hofft, dass diese Provokation «nicht lange dauert», sondern «im Gegenteil so kurz wie möglich» sei.
Schwerer Schlag für die Branche
Die am 7. August in Kraft getretenen 39-Prozent-Zölle sind der höchste Satz, den die USA je gegen ein europäisches Land verhängt haben. Für die Schweizer Uhrenindustrie sind die USA der wichtigste Absatzmarkt – 2024 gingen Uhren im Wert von über 4,3 Milliarden Franken dorthin, was fast 17 Prozent der gesamten Uhrenexporte entspricht.
Swatch-Chef Nick Hayek hatte bereits im August eine harte Linie gefordert und vorgeschlagen, die Schweiz solle als Reaktion eine 39-Prozent-Exportsteuer auf Goldbarren in die USA erheben. «Wir Schweizer sollen jetzt nicht einfach nur Danke sagen. Jetzt ist der Moment, in die Offensive zu gehen», sagte Hayek.
Weitere Reaktionen
Swatch ist nicht die einzige Marke, die mit einer Neckerei reagiert hat. Die Marke Raymond Weil hat ebenfalls eine limitierte Auflage eines ihrer Flaggschiff-Modelle lanciert, die in 39 Exemplaren in einem 39-Millimeter-Format mit 39 Prozent Rabatt gegenüber dem üblichen Preis dieses Modells zu 1575 Franken angeboten wird.
Die Genfer Marke wollte mit Humor auf «eine komplizierte Situation» für die Uhrenindustrie reagieren, «indem sie sagte, dass wir statt 39 Prozent hinzuzufügen, lieber 39 Prozent vom Preis abziehen», erklärte Generaldirektor Elie Bernheim gegenüber der AFP. (cbe/sda/afp)



