Anas al-Scharif und seine Kollegen seien bei einem gezielten Angriff auf ein Zelt für Journalisten in der Stadt Gaza im Norden des Gazastreifens getötet worden.
Kein Journalist, sondern Terrorist, sagt Israel
Israels Militär bestätigte den Tod von Anas al-Scharif. Er habe sich als Al-Dschasira-Journalist ausgegeben, aber eine Terrorzelle der islamistischen Hamas angeführt, hiess es.
Der arabische Sender erklärte dazu, das israelische Militär habe keine von unabhängigen internationalen Stellen verifizierten Unterlagen vorgelegt, die diese Behauptung belegen würde.
Israels Armee verwies dagegen auf nachrichtendienstliche Informationen und im Gazastreifen gefundene Dokumente, die die militärische Zugehörigkeit von Anas al-Scharif zur Hamas belegten. Er sei verantwortlich für die Durchführung von Raketenangriffen auf israelische Zivilisten und Soldaten gewesen, teilte die israelische Armee mit.
Das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) zog die Behauptung Israels in Zweifel, al-Scharif sei ein Hamas-Kader gewesen. «Israel hat eine langwährende, dokumentierte Praxis, Journalisten als Terroristen zu beschuldigen, ohne glaubhafte Beweise vorzulegen», hiess es in einer Stellungnahme, die die Organisation an ihrem Sitz in New York veröffentlichte. Ihren Angaben zufolge, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, sind im Gaza-Krieg seit Oktober 2023 mindestens 186 palästinensische Journalisten und Medienmitarbeiter getötet worden.
Einheimische Reporter berichten weiterhin aus Gaza-Streifen
Ausländischen Journalisten ist der Zutritt zum Gazastreifen seit Kriegsbeginn weitgehend verboten. Einheimische Reporter berichten aber von vor Ort. Immer wieder gibt es Berichte über Journalisten, die bei israelischen Angriffen getötet wurden. (sda/nil)


