Mit über 55 Prozent war die Wahlbeteiligung bei den Abstimmungen am 8. März überdurchschnittlich hoch. Die Mobilisierung ging von politisch engagierten, gut informierten und liberal-progressiv orientierten Kreisen aus. Gestärkt wurden dabei tendenziell die institutionellen Positionen. Zu diesem Ergebnis ist die am Freitag veröffentlichte Vox-Analyse gekommen.
Die SRG-Halbierungs-Initiative wurde mit 61,9 Prozent Nein-Stimmen deutlich abgelehnt. Dabei folgte das Abstimmungsverhalten ideologischen Mustern.
Anklang fand die Initiative vor allem bei rechtsgerichteten Personen, die wenig Vertrauen in die Medieninstitutionen haben, sowie bei jüngeren, weniger gebildeten und einkommensschwachen Personen. Sie war hauptsächlich finanziell motiviert, während die Kritik an der SRG zwar ein wichtiges, aber eindeutig zweitrangiges Argument blieb.
Die Ablehnung beruhte hingegen vor allem auf dem Wunsch nach einer starken und unabhängigen SRG sowie auf der wahrgenommenen Qualität und Glaubwürdigkeit ihres Angebots, was somit ein klares Gegenargument zur Kritik der Befürworter darstellte.
Inhaltlich konnten die Argumente für die SRG-Halbierungs-Initiative kaum über das Lager der Ja-Stimmen hinaus überzeugen und wirkten stark polarisierend. Die Gegenargumente fanden hingegen breite Unterstützung. Ausschlaggebend war das Argument der Solidarität zugunsten der Sprachregionen, das weit über politische Grenzen hinweg unterstützt wurde und massgeblich zur Ablehnung beitrug.
Appell gegen Konzessionseinschränkung
Die Allianz Pro Medienvielfalt, die sich im Abstimmungskampf gegen die SRG-Initiative engagierte, begrüsst diese Erkenntnisse. «Angesichts dieses Befunds sei es zwingend, dass die neue SRG-Konzession den öffentlichen Rundfunk nicht einschränke», heisst es in einer Mitteilung. Am Abstimmungssonntag hatte Medienminister Albert Rösti gesagt, die SRG sollte trotz klaren Neins strengere Vorgaben zu ihrem Auftrag erhalten. Die Ausgewogenheit und Sachgerechtigkeit der SRG-Programme seien im Abstimmungskampf auffallend häufig thematisiert worden, sagte der Bundesrat weiter (persoenlich.com berichtete). Laut Vox-Studie waren diese Argumente aber sekundär.
Die Vox-Analyse wurde vom Meinungsforschungsinstitut gfs.bern unter 3271 Wählerinnen und Wählern durchgeführt. Finanziert wurde sie von der Bundeskanzlei. (sda/spo)

