Führende internationale Nachrichtenagenturen haben die Democracy News Alliance (DNA) gegründet, einen neuen Informationsdienst zur systematischen Beobachtung demokratischer Prozesse weltweit. An der Allianz beteiligt sind die Deutsche Presse-Agentur (DPA), Agence France-Presse (AFP), Agenzia Nazionale Stampa Associata (ANSA), The Canadian Press (CP) und PA Media, teilt die DPA mit.
Die Associated Press (AP) unterstützt das Projekt inhaltlich. Das Angebot richtet sich an internationale Organisationen, NGOs, Thinktanks, Stiftungen, Regierungsstellen, Verbände und Unternehmen.
Die Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA ist nicht Teil der Allianz. «Die Frage eines Beitritts hat sich bisher auch nicht gestellt», wie CEO Hanspeter Kellermüller auf Anfrage erklärt. Es seien vor allem Agenturen mit einer eigenen internationalen Abdeckung, die sich zusammengeschlossen hätten. Es sei jedoch nicht auszuschliessen, dass sich auch bezüglich der DNA künftig eine Kooperation mit der DPA ergeben könnte.
Der englischsprachige Nachrichtendienst ist unter democracy-news.org verfügbar und wird durch einen Newsletter ergänzt. Die redaktionelle Auswahl basiert auf einem System von 106 Indikatoren, das mit dem Forschungsprojekt Varieties of Democracy (V-Dem) der Universität Göteborg entwickelt wurde. Das System ermöglicht die kontinuierliche Beobachtung struktureller Veränderungen in Bereichen wie Meinungs- und Pressefreiheit, Fairness von Wahlen, Gleichstellung oder politische Korruption.
Ergänzt wird das journalistische Angebot durch die DNA Academy, ein Bildungs- und Schulungsprogramm. Trainer aus den beteiligten Agenturen vermitteln Wissen zu Themen wie Desinformationskampagnen, Verifikation, Faktenchecks und journalistischem Arbeiten unter schwierigen Bedingungen. (pd/spo)

