03.12.2025

Radiostreit

«Drei Instanzen haben versagt»

Das Bundesverwaltungsgericht hat das Revisionsgesuch von Radio Alpin Grischa abgewiesen. Die Radiokonzession für Graubünden und Glarus bleibt bei der Somedia-Gruppe. Mitinitiant Roger Schawinski übt scharfe Kritik: Ein «übergriffiges Medienmonopol» werde geschützt, die gesetzlich vorgesehene Medienvielfalt missachtet.
Radiostreit: «Drei Instanzen haben versagt»
Roger Schawinski, hier 2024 in Chur, verliert den Kampf um die Bündner Radiokonzession. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)

Herr Schawinski, hat Sie dieser negative Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts überrascht oder hofften Sie insgeheim auf einen positiven Ausgang?
Das Bundesverwaltungsgericht hält in seinem Urteil fest: Erstens: Das Bakom hat in der uns erteilten Konzession einen Rechenfehler gemacht. Zweitens: Unser renommierter Anwalt hat diesen nicht bemerkt und nicht moniert, was er hätte tun müssen. Drittens: Das Bundesverwaltungsgericht hat diesen absoluten Nebenaspekt erstmals zu einem alles entscheidenden Ausschlusskriterium gemacht. Es geht um das Verhältnis von ausgebildeten zu auszubildenden Mitarbeitern. Dieses soll 3:1 betragen. Mit mir als Programmleiter haben wir diese Anforderung zwar erfüllt. Doch dies wurde wegen des geschilderten Ablaufs vom Gericht nicht mehr berücksichtigt. Viertens: Drei Instanzen haben also versagt – dies hinterlässt bei mir ein sehr, sehr schales Gefühl. Ein übergriffiges Medienmonopol in einem ganzen Landesteil wird aufgrund all dieser Fehlentscheide geschützt. Und die im Gesetz vorgesehene Medienvielfalt wird krass missachtet.

Wie hoch ist der Schaden?
Hoch.

Hatten Sie bereits Personal eingestellt?
Es gibt Vorverträge.

Was passiert jetzt mit dem Studio? Ist dieses bereits gebaut?
Ja.

Gibt es jetzt noch rechtliche Fragen, die offen sind?
Ja. Aber darüber habe ich mir noch keine Meinung gebildet.


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KOMMENTARE

Peter Tschudi
04.12.2025 15:01 Uhr
Lieber Roschee, als alter Radio24 Fan darf ich Dich doch duzen. Vendittis Buona Domenica Song zündete damals dank X Kilowatt 102.8 MHz UKW Groppera-Power nicht nur in die entfernte Metropole Zürich, nein, auch das Glarnerland wurde auf wundersame Weise quasi vollversorgt :-) So kam es, dass ich ein weisses Radio24 Fähnchen an die Antenne von Papas Auto mit GL-Nummer geklemmt hatte. Deine Rebellen-hafte und geistreich-witzig-provokante Art habe ich immer sehr geschätzt. Und Du hast mit Deinen Radio-Ideen mindestens eine ganze Generation glücklich gemacht. Es ist wahrscheinlich eine Kunst, den richtigen Moment im Leben zu treffen, um in den "Chill Modus" zu wechseln und sich Sinnvollem hinzugeben. Das Leben wäre mir zu kurz für jahrelange Gerichtsverfahren und ätzenden Knatsch mit Medienmogulen. Ich bin zuversichtlich, dass Du diesen Künstler in Dir rechtzeitig entdeckst.
Stephan Nüesch
04.12.2025 11:25 Uhr
Also im Klartext: Der ""renommierte Anwalt" hat den Fehler gemacht. Bei den für den Betrieb des Radios zu nennenden Anzahl Stellen handelt es sich keineswegs um einen Nebenaspekt. Der Fehler für die Abfuhr dürfte bei der Gesuchstellerin liegen.

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