20.12.2025

Susanne Wille

Gegen SRG-Demontage, für UKW-Rückkehr

In einem Interview mit der Schweiz am Wochenende nimmt die SRG-Generaldirektorin Stellung zur Halbierungsinitiative und zur UKW-Kehrtwende.
Susanne Wille: Gegen SRG-Demontage, für UKW-Rückkehr
Susanne Wille am 11. Dezember 2025 im Bundeshausstudio Bern. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

Wille argumentiert, dass eine Halbierung der SRG-Finanzen nicht nur finanzielle Einsparungen bedeutet. «Es geht darum, die SRG zu demontieren», sagte Susanne Wille im Gespräch mit der CH-Media-Redaktion. Die Initiative schwäche «all das, was die Schweiz im Kern ausmacht: Vielfalt, Zusammenhalt, Unabhängigkeit» und auch die journalistische Qualität.

«Könnten regionale Berichterstattung nicht mehr leisten»

Die Generaldirektorin warnt vor konkreten Folgen: Die regionale Verankerung, die das «Herz der SRG» darstelle, könne in der heutigen Form nicht mehr gewährleistet werden. «Wir könnten eine regional verankerte Berichterstattung in allen Landessprachen nicht mehr sicherstellen», erklärte Wille.

Auch zur Kritik der Initiative-Befürworter, der SRG-Journalismus habe eine linke Schlagseite, äusserte sich Wille. Sie verwies auf die sachgerechte Berichterstattung ihrer Journalistinnen und Journalisten. «Das attestieren uns auch unabhängige Untersuchungen», sagt die langjährige SRF-Journalistin.

«Von Anfang an alle Optionen offengehalten»

Zur kürzlich geäusserte Absicht, die Radioprogramme nun doch wieder via UKW verbreiten zu wollen, erklärte Wille im Interview, die SRG habe «von Anfang an» beobachtet und «alle Optionen offen» behalten. «Zwei Tage, nachdem sich die politische Ausgangslage komplett verändert hatte», entschied sich die SRG zur Rückkehr.

Susanne Wille betonte, dass die SRG vor zehn Jahren mit privaten Sendern und dem Bund «in Absprache solidarisch voraus» ging und «kurzzeitig einen Hörerverlust» in Kauf nahm. Als sich entgegen der ursprünglichen Abmachung eine mehrjährige Verlängerung auf UKW abzeichnete, stand für die SRG fest: «Wir wollen nicht, dass viele Hörerinnen und Hörer keinen Zugang zu den SRG-Sendern haben.» (nil)


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KOMMENTARE

Raphael Weber
21.12.2025 14:30 Uhr
Ein altes Sprichwort sagt," wer für alles offen ist, ist irgendwo nicht ganz dicht". Es gibt bis heute keinen technischen Grund die UKW-Frequenzen in der Luft zu räumen. Keine andere Technologie ist auf diese Frequenzbereich angewiesen. Man hätte das jeweils erste Programm pro Sprachversion ohne regional Fenster als Notfallfunk weiterbetreiben können. Jetzt allen eine Hoffnung zu machen, es würde alles wie es mal war ist Unsinn. Zumal nach dem 8.März dann plötzlich so oder so für sowas kein Geld mehr vorhanden sein wird. Zudem waren die DAB-Fördergelder ja dann auch herausgeschmissenes Geld, wenn das UKW-Ende dann doch kein Ende ist.
Victor Brunner
20.12.2025 09:04 Uhr
Frau Wille verteidigt das "Radio Beromünster"-System. Ein Sender, eine Schweiz. Diese Zeit ist längst vorbei, ein "staatlicher" Sender entspricht nicht der Zukunft der Schweiz und der Demokratie. Im Gegenteil ein "staatlicher" Sender zerstört die Vielfalt nach der "Radio Beromünster"-Zeit!
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