Wille argumentiert, dass eine Halbierung der SRG-Finanzen nicht nur finanzielle Einsparungen bedeutet. «Es geht darum, die SRG zu demontieren», sagte Susanne Wille im Gespräch mit der CH-Media-Redaktion. Die Initiative schwäche «all das, was die Schweiz im Kern ausmacht: Vielfalt, Zusammenhalt, Unabhängigkeit» und auch die journalistische Qualität.
«Könnten regionale Berichterstattung nicht mehr leisten»
Die Generaldirektorin warnt vor konkreten Folgen: Die regionale Verankerung, die das «Herz der SRG» darstelle, könne in der heutigen Form nicht mehr gewährleistet werden. «Wir könnten eine regional verankerte Berichterstattung in allen Landessprachen nicht mehr sicherstellen», erklärte Wille.
Auch zur Kritik der Initiative-Befürworter, der SRG-Journalismus habe eine linke Schlagseite, äusserte sich Wille. Sie verwies auf die sachgerechte Berichterstattung ihrer Journalistinnen und Journalisten. «Das attestieren uns auch unabhängige Untersuchungen», sagt die langjährige SRF-Journalistin.
«Von Anfang an alle Optionen offengehalten»
Zur kürzlich geäusserte Absicht, die Radioprogramme nun doch wieder via UKW verbreiten zu wollen, erklärte Wille im Interview, die SRG habe «von Anfang an» beobachtet und «alle Optionen offen» behalten. «Zwei Tage, nachdem sich die politische Ausgangslage komplett verändert hatte», entschied sich die SRG zur Rückkehr.
Susanne Wille betonte, dass die SRG vor zehn Jahren mit privaten Sendern und dem Bund «in Absprache solidarisch voraus» ging und «kurzzeitig einen Hörerverlust» in Kauf nahm. Als sich entgegen der ursprünglichen Abmachung eine mehrjährige Verlängerung auf UKW abzeichnete, stand für die SRG fest: «Wir wollen nicht, dass viele Hörerinnen und Hörer keinen Zugang zu den SRG-Sendern haben.» (nil)
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21.12.2025 14:30 Uhr
20.12.2025 09:04 Uhr

