08.04.2026

ORF

Keine sexuelle Belästigung, dennoch entlassen

Eine Untersuchung zum Verhalten des ehemaligen Generaldirektors des Österreichischen Rundfunks (ORF), Roland Weissmann, hat den Vorwurf der sexuellen Belästigung nach Angaben des Senders nicht bestätigt.
ORF: Keine sexuelle Belästigung, dennoch entlassen
Roland Weissmann war von 2022 bis 2026 ORF-Generaldirektor; hier eine Aufnahme von 2024. (Bild: Keystone/dpa/Christoph Soeder)

Mit Blick auf die hohen Anforderungen an die Führungskräfte des Unternehmens werde sein Dienstverhältnis dennoch beendet, teilte der Österreichische Rundfunk mit.

Weissmann hatte Anfang März sein Amt als Generaldirektors niedergelegt, doch er war als Angestellter im ORF geblieben. Der Sender teilte damals mit, dass ihm eine Mitarbeiterin sexuelle Belästigung vorgeworfen habe. Nach Darstellung von Weissmanns Anwalt ging es hingegen um angebliches unangemessenes Verhalten gegenüber der Frau. Weissmann bestritt die Vorwürfe.

ORF erwartet «hohes Mass an Integrität» von Führungskräften
Auch wenn keine sexuelle Belästigung im rechtlichen Sinne vorliege, verlange der ORF von seinen Managern «ein sehr hohes Mass an Integrität», stellte der Sender nach Abschluss der Untersuchung klar. Führungskräfte müssten alles unterlassen, was dem Unternehmen schaden könnte. Daher werde der Dienstvertrag des 58-Jährigen aufgelöst, erklärte der Sender.

Weissmanns Anwalt kritisierte diesen Schritt. Der Vorwurf der sexuellen Belästigung sei in sich zusammengebrochen, sagte der Jurist in einer Stellungnahme. Aussagen des ORF über angebliche Verstösse gegen ethische Standards seien «ein durchschaubarer Versuch, trotz klarer Entlastung ein Fehlverhalten zu konstruieren».

Vorläufig führt die langjährige ORF-Journalistin und -Managerin Ingrid Thurnher den Sender. Im August steht die Wahl eines neuen ORF-Generldirektors oder einer -Generaldirektorin für die Zeit ab Januar 2027 an. (sda/nil)


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