Praktisch oppositionslos hat die Mitte am Samstag an ihrer Delegiertenversammlung in Grenchen SO die Nein-Parole zur SRG-Initiative gefasst. 216 Delegierte lehnten die Initiative «200 Franken sind genug!» ab. Drei Vertreter stellten sich hinter das Anliegen. 14 Anwesende enthielten sich der Stimme.
Es war ein Votum für ein «starkes unabhängiges öffentlich-rechtliches Medienhaus», wie es ein Delegierter nannte. In weiteren Wortmeldungen hiess es auch, dass die SRG «unser Bollwerk gegen Fake News» sei und den «Kitt für den gesellschaftlichen und kulturellen Zusammenhalt» bilde.
Davon sprach auch der Urner Nationalrat Simon Stadler: Sein kleiner Kanton komme bei anderen Medienhäusern, die ihren Sitz in den Städten hätten, nur noch in Ausnahmefällen - etwa bei Skandalen oder Autounfällen vor dem Gotthard - vor.
Mitte gegen «Aushungern der SRG»
Die TV- und Radiogebühren seien in den vergangenen acht Jahren schon viermal gesenkt worden, hielt Stadler weiter fest. Ein weiteres Aushungern der SRG wäre unfair. Statt Sportevents und Filme bei internationalen Streaminganbietern einkaufen zu müssen, investiere er doch lieber in einen Schweizer Sender.
Die von der Mitte abgelehnte Initiative verlangt, dass die TV- und Radiogebühren von heute 335 Franken pro Jahr und Haushalt auf 200 Franken reduziert werden. Alle Unternehmen sollen von der Gebühr befreit werden. Die Schweizer Stimmberechtigten entscheiden am 8. März 2026 darüber. (sda/spo)

