Das MAZ – Institut für Journalismus und Kommunikation baut seine Organisation um. Bis Ende Jahr sollen sieben bis acht Vollzeitstellen wegfallen, wie CEO Martina Fehr im Januar gegenüber Keystone-SDA bestätigte (persoenlich.com berichtete). Zu Kündigungen werde es «vereinzelt» kommen, der Rest der Reduktion soll durch natürliche Fluktuation und Pensenreduktionen erfolgen. In einem Interview, das die Schaffhauser Nachrichten am vergangenen Samstag veröffentlichten, nennt MAZ-Präsident Felix E. Müller mehrere ineinandergreifende Ursachen für den Abbau.
«Zu grosses Gewand für einen kleiner gewordenen Körper»
Als Symptom, das die Lage in aller Deutlichkeit offenbart habe, nennt er den Einbruch beim Diplomkurs Journalismus und Medienkompetenz: 2025 hätten sich nur noch 17 Personen neu angemeldet. «In den Spitzenzeiten waren es 50 bis 60 Jungjournalistinnen und Jungjournalisten gewesen», so Müller. «Ohne diese Grundausbildung würde dem MAZ gewissermassen die Existenzberechtigung entzogen», warnt er. «Das MAZ hat heute ein zu grosses Gewand für einen kleiner gewordenen Körper.» Die Fixpensen sollen deshalb um rund 700 Stellenprozente – knapp ein Drittel – reduziert werden. Nun ziehe man die Konsequenzen, «solange wir dies noch aus einer Position der Stärke tun können».
Die Krise habe sich schleichend entwickelt, räumt Müller im Interview ein. Pandemiefolgen, ein teurer Umbau und eine veraltete IT-Infrastruktur hätten den Blick auf die strukturellen Probleme verstellt. Hinzu komme der anhaltende Druck auf die Medienbranche: Viele Verlage hätten die Ausbildungsbeiträge fürs MAZ in Sparrunden gestrichen. Verschärft werde die Lage durch einen strukturellen Nachteil gegenüber den Fachhochschulen, deren Ausbildungsangebote staatlich subventioniert seien – das MAZ hingegen müsse seine Kosten über substanzielle Studiengebühren decken.
«Dann hätten wir gleich lange Spiesse»
Einen Ausweg aus der Krise sieht Müller in der Anerkennung des MAZ als Höhere Fachschule (HF). Damit würde das Institut staatliche Unterstützung erhalten und die Studiengebühren senken können. «Endlich hätten wir dann finanziell gleich lange Spiesse wie die Fachhochschulen», wie Müller gegenüber den Schaffhauser Nachrichten sagte. Das Anerkennungsverfahren sei eingeleitet, erste Signale aus dem zuständigen Bundesamt positiv. (pd/nil)

