Am kommenden 8. März entscheiden die Schweizer Stimmberechtigten über die Halbierungsinitiative. Diese verlangt, die Medienabgabe für die SRG auf 200 Franken zu senken. Bei einer Annahme stünden der SRG deutlich weniger Mittel zur Verfügung als heute. «Der Einschnitt wäre drastisch», sagt Bundesrat Albert Rösti in einem Interview mit dem Tages-Anzeiger.
Rösti lehnt als Regierungsmitglied die Halbierungsinitiative ab, obwohl er sie als SVP-Nationalrat selbst unterschrieben hatte.
Auch Gegenvorschlag zwingt SRG zum Sparen
Röstis Gegenprojekt sieht eine Senkung der Serafe-Abgabe von 335 auf 300 Franken vor. Zusammen mit sinkenden Werbeeinnahmen und Teuerung müsse die SRG bis 2029 rund 17 Prozent ihres aktuellen Budgets einsparen. «270 Millionen Franken kann man nicht einsparen, ohne dass jemand etwas merkt», sagte Rösti gegenüber dem Tages-Anzeiger. Programmkürzungen seien unvermeidlich.
Für Rösti steht fest, dass sich die SRG künftig noch stärker auf Information, Bildung und Kultur konzentrieren soll. Bei Unterhaltung und Sport könne auch Privates produziert werden.
Keine langen Online-Texte mehr
Besonders kritisch sieht Rösti das digitale Angebot: Die SRG unterhalte ein Komplettangebot online, obwohl sie nur einen Auftrag für Radio und TV habe. Im Rahmen der neuen Konzession werde man über eine geringere Zeichenzahl pro Artikel diskutieren. «Ein kurzes Intro zu den Sendungen ist aus meiner Sicht in Ordnung, eine lange interaktive Recherche nicht», so Rösti.
Der Bundesrat lobt die neue SRG-Generaldirektorin Susanne Wille für ihre Dialogbereitschaft und ihren aktuellen Kurs. «Ich habe jedenfalls den Eindruck, dass die neue SRG-Direktorin Susanne Wille den Sparauftrag sehr ernst nimmt», so Rösti im Tagi-Interview. (nil)

