07.03.2026

Prix Transparence

WAV und Republik ausgezeichnet

Eine Fachjury hat die Palantir-Recherche als beste Nutzung des Öffentlichkeitsgesetzes gewürdigt. Mit 59 Zugangsgesuchen legten die Medienschaffenden interne Bundesdokumente offen.
Prix Transparence: WAV und Republik ausgezeichnet
Prix Transparence 2025 (1. Platz national): Die Preisträger der Palantir-Recherche von WAV Recherchekollektiv und Republik. (Bilder: zVg)

Das Recherchekollektiv WAV und das Onlinemagazin Republik erhalten den nationalen Prix Transparence 2025 für ihre gemeinsame Recherche zu den Verkaufsbemühungen des US-Unternehmens Palantir bei Schweizer Behörden. Die Journalistinnen und Journalisten hatten mit 59 Zugangsgesuchen gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz des Bundes interne Unterlagen zur Stichwortsuche «Palantir» in der Geschäftsdatenbank Acta Nova angefordert, wie es in einer Mitteilung vom Samstag heisst.

Die ausgewerteten Dokumente zeigen über mehrere Jahre hinweg informelle Kontakte, Verkaufsgespräche und Kampagnen, mit denen Palantir seine Überwachungstechnologie in der Bundesverwaltung zu platzieren versuchte. Mehrere Bundesämter gewährten Einsicht, vier Ämter – darunter das Generalsekretariat des Finanzdepartements – verweigerten den Zugang zu den Akten.

Jennifer Steiner und Lorenz Naegeli (WAV Recherchekollektiv) erhalten den zweiten Platz für ihre Recherche zur Rolle der Schweiz bei Frontex-Einsätzen an EU-Aussengrenzen. Den dritten Platz teilen sich Lukas Häuptli, Osama Abdullah und Lorenz Naegeli (Republik und WAV) für ihre Arbeit über ein griechisches Flüchtlingslager sowie Stefanie Hasler und Sonja Mühlemann (SRF Investigativ) für Recherchen zum Incel-Extremismus in der Schweiz.

Prix Transparence Regio geht in die Ostschweiz

Der Prix Transparence Regio 2025 geht an Sandro Büchler, Jochen Tempelmann und Davide De Martis vom St. Galler Tagblatt für ihre Recherche zu einem Umweltereignis beim Verpackungskonzern Amcor in Goldach SG, bei dem PFAS-haltiger Löschschaum in den Bodensee gelangte. Die Journalistinnen und Journalisten stützten sich dabei auf Unterlagen, die sie aufgrund kantonaler Öffentlichkeitsgesetze und der Justizöffentlichkeit bis vor Bundesgericht eingeklagt hatten.

Stéphanie Arboit (Le Temps) erhält den zweiten Platz des Prix Transparence Regio für ihre Recherche zur zu niedrigen Besteuerung vermögender Personen im Kanton Waadt. Den dritten Platz gewinnt Camille Krafft (Blick Romandie) mit einer Arbeit über Ausschaffungen im Kanton Waadt.

Der Prix Transparence wird vom Verein Öffentlichkeitsgesetz.ch bereits zum achten Mal vergeben und zeichnet Beiträge aus, die ein Öffentlichkeitsgesetz wirkungsvoll nutzen. Für die Ausgabe 2025 wurden 162 journalistische Arbeiten aus 57 Redaktionen bewertet, zehn davon waren für den nationalen und zehn für den Regionalpreis nominiert. (pd/cbe)


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen