Valentina De Vos sei ausgesprochen nett und umgänglich. Dezent gekleidet und ohne schrilles Make-up. Vielleicht ein wenig burschikos. Nicht ohne Grund. Der «SonntagsBlick» macht publik: SRF-Sonderkorrespondentin Valentina De Vos war früher Reto Stutzer.
Ein SRF-Zuschauer fragte kürzlich via Facebook: «valentina de vos? war sie ein er?». Die selbe Frage stellte der SoBli an das SRF. Die Antwort: «Wir geben keine Auskunft zum Privatleben von Mitarbeitenden.» Ethnische Zugehörigkeit, Religion, sexuelle Orientierung oder Geschlechteridentifikation seien natürlich keine Kriterien, die bei der Anstellung oder zu einem späteren Zeitpunkt in irgendeiner Form ein Thema seien, so SRF-Sprecherin Andrea Wenger. «Diese Diversity ist für uns eine Selbstverständlichkeit.»
«So gesprächig und offen sie im beruflichen Gespräch ist, über ihre Transformation aber will sie nicht reden», schreibt der «SonntagsBlick». Und findet es «eigentlich schade». De Vos und das SRF könnten im Umgang mit Transgendermenschen eine Vorbildrolle übernehmen, so der SoBli.
Ich finde: SRF übernimmt genau mit dieser Reaktion die Vorbildfunktion und behandelt das Thema als völlige Selbstverständlichkeit. Was spielt es für den Zuschauer für eine Rolle, ob Valentina De Vos früher einmal als Mann berichtete? Ob ein Transgender, ob homosexuell oder asexuell – das geht uns als Zuschauer überhaupt nichts an. Oder erwarten wir von einem Heterosexuellen, dass er offen über seine sexuellen Erfahrungen, Praktiken und Wünsche spricht? Eben nicht.
Journalisten – ob beim Print, Online, Radio oder Fernsehen – dürfen ausschliesslich nach ihrer beruflichen Leistung beurteilt werden. Ok, beim Fernsehen zählt allenfalls das Outfit auch noch. Die Kleidung sollte dem Anlass gerecht werden. Aber sonst? Weder Haarfarbe, Figur oder Nationalität spielen eine Rolle. Und auch nicht, dass Valentina mal Reto war.
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21.08.2017 12:05 Uhr



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SRF: Wenn aus Reto Valentina wird