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15 Minuten Weltberühmtheit

Vor zwei Wochen geisselte Medienjournalist Christof Moser diejenigen Journalisten, die ins PR-Business wechseln, als „Verräter“. Nimmt man dieses Kriterium als Messlatte, so ist Walter de Gregorio der „Oberverräter“. Er wurde Kommunikationschef der FIFA.
 
In seinem früheren Leben  schrieb de Gregorio in der Weltwoche und Blick fundierte Berichte über den Sport und Italien. So wies er nach, wie dekadent Silvio Berlusconi wirklich war. Rückblickend gesehen war dies aber nur ein Kindergeburtstag im Vergleich zu den vermeintlichen FIFA-Machenschaften.
 
Trotzdem bleibt de Gregorio der einzige "Sieger" im aktuellen Megakrimi. Alleine auf der Bühne, im direkten Augenkontakt zur moralingeladenen Weltpresse, verteidigte er nach der Verhaftung der sieben FIFA-Funktionäre  seinen Arbeitgeber. Mehr noch: Er drehte den Spiess um, machte die FIFA zum Opfer und begrüsste das Vorgehen der Polizei und der Bundesanwaltschaft. Damit nutzte er eine winzigkleine Chance, die er eigentlich gar nicht hatte.
 
Ein bisschen überspitzt: De Gregorios Auftritt ist mit Beatrice Tschanz Bravourleitung nach dem Absturz von Halifax vergleichbar. Nur hatte Frau Tschanz vor siebzehn Jahren deutlich mehr Sympathien und – so makaber es klingen mag – eine klarere Faktenlage.
 
De Gregorio s Auftritt beweist aber, dass man jede Krise kommunikativ meistern kann. Einzige Voraussetzung: die Krise ist nicht übergross. Und der Akteur nicht die FIFA.
 
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