Nächsten Samstag findet die wohl glamouröseste Generalversammlung der Medienbranche, diejenige der Neuen Zürcher Zeitung, statt, ein liberales Grosshappening in kollektiver Einigkeit. Doch dieses Jahr zögen dunkle Wolken auf, munkeln NZZ-Auguren, ohne auf ihre Quellen zu verweisen, wie es beim Zürcher Weltblatt Usus wäre.
Der Grund: die massive Beteiligung der «alten Tante» an der Plakatgesellschaft APG, einem der renommiertesten Medienbrands des Landes. Eigentlich ein perfekter Match: Erst vor einigen Wochen wurde das NZZ-Engagement von 25 auf 45 Prozent aufgestockt, deren Gesamtkosten betragen dafür fast 300 Millionen Franken. Die Idee bestechend: als wohl einziger Werbeträger ist das Plakat gegen künstliche Intelligenz immun und erfreut sich – im Gegensatz zu anderen traditionellen Werbeträgern – unverändert grosser Beliebtheit.
Doch deren Erfolg weckt auch Neider. Ausgerechnet im gleichen Zürich beschloss vor einem Jahr der rot-grüne Gemeinderat, die Legislative, ein Plakatverbot auf Stadtgebiet, eine völlig unsinnige, aber linke Trendidee. Das Vorhaben wurde an die Exekutive verwiesen, die – obwohl anderer Meinung - eine entsprechende Vorlage auszuarbeiten habe. Da das Stadtparlament weiterhin links bleibt, ist die Gefahr jetzt aber sehr gross, dass es in der Limmatstadt schon bald keine Plakate mehr gibt. Fast so wie in Pjöngjang.
Was für Zürich, die Werbebranche, die APG, aber auch die NZZ als Grossaktionär eine Katastrophe wäre. Bleibt zu hoffen, dass sich der Schreibende irrt. Wie hiess es früher so schön: «NZZ-Leser wissen mehr». Hoffen wir, deren Chefs auch.
Matthias Ackeret ist Verleger und Chefredaktor von persönlich und persoenlich.com.
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15.04.2026 09:24 Uhr



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NZZ: Eine dunkle Wolke zieht auf