In der Schweiz geniesst die Verwaltung traditionell ein hohes Vertrauen – nicht zuletzt wegen ihrer Sachlichkeit und Professionalität. Doch in jüngster Zeit mehren sich die Anzeichen, dass in Behörden vermehrt Fehler passieren, die weitreichende Folgen haben können.
Da wären nicht nur die falschen Ergebnisse bei den eidgenössischen Wahlen 2023, die das Bundesamt für Statistik (BFS) publizierte, oder die fehlerhafte AHV-Berechnung des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV) im Sommer 2024. Wie das Wirtschaftsnews-Portal muula.ch kürzlich aufdeckte, publizierte auch das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) völlig falsche Zahlen zum Roaming.
Das Kommunikationsproblem der Schweizer Kommunikationsbehörde beschränkt sich dabei nicht einmal auf die Verbreitung von Falschinformationen. Das Amt sah auch gar keine Dringlichkeit darin, sich um diese Angelegenheit umgehend zu kümmern, wie das Medium feststellen musste.
Dabei festigt sich der Eindruck, dass nicht nur Qualitätskontrollen in Schweizer Behörden wie BFS, BSV oder Bakom fehlen, sondern unter den hoch bezahlten Staatsdienern auch kein Bewusstsein für die Tragweite solcher Versäumnisse existiert.
In Zeiten, in denen sich Falschinformationen via Social Media im Sekundentakt verbreiten, muss der Staat besonders zuverlässig sein. Wenn sich die Bürger nicht mehr auf amtliche Angaben verlassen können, verliert die Öffentlichkeit die Orientierung und im schlimmsten Fall geht das Vertrauen in staatliche Institutionen verloren.
Irren ist zwar menschlich, aber Wiederholung hat System. Schweizer Behörden dürfen sich Fehler schon leisten – aber sie dürfen sich nicht an sie gewöhnen. Auch die Medien sind an dieser Entwicklung nicht ganz unschuldig, denn würden sie ebenfalls mehr Sorgfalt bei ihren Recherchen an den Tag legen, würden sich auch Beamte bei ihrer Arbeit mehr Mühe geben.
Rico Kutscher ist Chefredaktor des Wirtschaftsnews-Portals muula.ch.
Unsere Kolumnistinnen und Kolumnisten vertreten ihre eigene Meinung. Sie deckt sich nicht in jedem Fall mit derjenigen der Redaktion.
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15.08.2025 20:58 Uhr



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Behördenkommunikation: Falsche Zahlen, verlorenes Vertrauen