Oh, schöne, neue KI-Welt. Immer mehr fluten gefakte Werbeposts mit kriminellen Inhalten die sozialen Medien. So wirbt Christoph Blocher vermeintlich auf Facebook für ein Investment, das einen sicheren wöchentlichen Gewinn von 12'800 Franken garantiere. Obwohl Blochers Stimme leicht verzerrt ist, zeigt der mit Künstlicher Intelligenz generierte Aufruf Wirkung. Dutzende Leichtgläubige verloren durch einen falschen Klick viel Geld. Auch Eisenbahnkönig Peter Spuhler, Finanzministerin Karin Keller-Suter oder Showstar Sandra Studer garantieren ähnliche Anlegemöglichkeiten. Besonders perfide: Aktuell ploppt auf Instagram ein Testament des verstorbenen SVP-Nationalrats Alfred Heer auf, das auf eine erfolgversprechende Anlage hinweist; selbstredend auch dies eine Fälschung.
Doch wer Meta, als Betreiberin dieser Plattformen, auf diese betrügerischen Machenschaften hinweisen will, läuft ins Leere. Trotz Prestigelage inmitten von Zürich publiziert Meta nicht einmal eine Kontaktadresse, die Pressesprecherin beantwortet auch keine Fragen. So enthüllte eine Recherche von Reuters, dass das Unternehmen Beschwerden bewusst wegdrücke. So seien mittlerweile rund 10 Prozent aller geschalteten Anzeigen gefakt und erzielten damit schätzungsweise einen jährlichen Gewinn von über 10 Milliarden Franken. Jedes Verlagshaus bekäme wegen solch kriminellen Anzeigen ernsthafte Probleme, Meta hingegen scheint autark. «Move fast», heisst einer ihrer Slogans. Jetzt müssten dies nur noch die hiesige Politik – und vor allem Justiz – zur Kenntnis nehmen.
Matthias Ackeret ist Verleger und Chefredaktor von persönlich und persoenlich.com.
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24.01.2026 11:09 Uhr
19.01.2026 09:48 Uhr



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Wer stoppt Meta?