Es ist eine Tatsache: Ringier hat wesentlich zum Erfolg von Betty Bossi (BB) beigetragen. Nur wenige wollen sich erinnern, dass Ringier vor 30 Jahren 100 Prozent am Betty Bossi-Verlag vom Lebensmittelhersteller Unilever gekauft hat. Natürlich war Ringier am Druckauftrag des Magazins interessiert. Aber es befreite BB auch von der Fessel, zwingend die Unilever-Produkte wie Margarine und Öl gegenüber der Verwendung von Butter zu bevorzugen.
2001 stieg Coop mit einer Beteiligung von 50 Prozent beim Produkt BB dazu. Zur Heirat steuerte Ringier die Fernsehsendung «Al Dente» mit Idee und Produktion von Ringier TV dazu. Die Sendung war ein absoluter Pionier unter den Kochsendungen: Das Schweizer Fernsehen war der erste deutschsprachige Sender, der es wagte, Kochen in der Prime Time als zweistündiges Programm anzubieten. Zuerst unter der Konzession von Presse TV, später vom Erfolg getragen, bei SRF 1. Spitzen-Zuschauerwerte lagen über 700'000.
«Al Dente» war auch der Start zur späteren grossen Karriere als Moderator von Sven Epiney, vorher nur im Vorabendprogramm gefragt. Chefköchin in der Sendung war Publikumsliebling Sibylle Sager – sie ist heute noch immer wichtige Rezept-Chefin bei Betty Bossi. Im Dezember 2012 übernahm Coop auch die 50 Prozent von Ringier – bis dahin hatte der Detailhändler die Sendung jedes Jahr mit zwei Millionen Franken gesponsert.
Hans Jürg (Fibo) Deutsch arbeitete seit 1960 für Ringier und hatte die verschiedensten Funktionen inne, unter anderem Chefredaktor der Schweizer Illustrierten.
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Wie Ringier die Kultmarke ins Fernsehen brachte