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Die neue Marke Nemo

Zwei Jahre, nachdem Nemo Mettler in Biel das Licht der Welt erblickt hatte, eroberte 2001 ein anderer Nemo die Herzen der Welt. Und blieb auch in unserem Lande während mehr als 20 Jahren bis vor einigen Wochen für den Clownfisch Nemo im Disney Movie «Finding Nemo» in unseren Köpfen und Herzen. Beim Namen Nemo dachten alle an den orangen Fisch mit den weissen Streifen. Wie alle anderen Marken, die es mit viel Kommunikation verstanden haben, ihre Wortmarke für ihr Produkt oder ihre Dienstleistung zu monopolisieren, ist Nemo zum starken Brand geworden.

Vor allem wenn es darum geht, einen generischen Begriff, den alle mit etwas Bestimmtem verbinden, für sein Produkt bzw. seine Marke neu zu monopolisieren, braucht es enorme und in der Regel auch langjährige Marketing- und Kommunikationsinvestitionen. Das beste Beispiel dafür ist Apple, die wertvollste Marke der Welt auf Platz 1 im «Best Global Brands»-Ranking von Interbrand, mit einem Markenwert von 502 Milliarden US-Dollar. In den USA denkt die Mehrheit der befragten Kinder beim Wort «Apple» nicht an einen Apfel, sondern an ein Gerät von Apple. 

Zurück zu unserer neuen national gefeierten Person Nemo, die den Eurovision-Song-Contest (ESC)-Sieg nach Jahrzehnten wieder einmal in die Schweiz geholt hat. Das Gesangstalent hat es vermutlich innert kürzester Zeit geschafft, die Marke Nemo mit ihm zu besetzen und den Fisch abzulösen. Die Persönlichkeit ist mit zwei Auftritten via TV-Übertragungen und unzähligen Medienberichten zu einer bekannten und beliebten Marke geworden. Und Nemo steht fortan stark und sympathisch für die moderne Schweiz in ganz Europa. Die ESC-Austragung 2025 in der Schweiz ist eine willkommene Chance für die Profilierung unseres Landes.

Als wenn es Schweiz Tourismus geahnt hätte, wurde perfekt getimt, ein zeitgemässes Rebranding präsentiert (persoenlich.com berichtete). Und das besondere rote Kleid von Nemo passte prima zu den vielen Schweizer Flaggen, die am ESC Final im Hintergrund geschwenkt wurden. Vielleicht verleihen Nemos Sieg für die Schweiz und seine Flügel sogar unserer Fussballnati Flügel für die nächste helvetische Imagechance – die Fussball EM. Bravo und Dankeschön Nemo!


Stefan Vogler ist Berater Marketing & Kommunikation bei markenexperte.ch, Dozent und Studiengangsleiter bei der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich.

Unsere Kolumnistinnen und Kolumnisten vertreten ihre eigene Meinung. Sie deckt sich nicht in jedem Fall mit derjenigen der Redaktion.

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KOMMENTARE

Victor Brunner
14.05.2024 07:24 Uhr
Fisch Nemo wird noch schwimmen Kinder erfreuen wenn Sänger und Kunstfigur Nemo nur noch jährlich zum ESC aus der Asservatenkammer von G&G geholt wird.. Nur "nonbinär" reklamieren ist eine dünne Basis für Erfolg!
Else Meier
13.05.2024 19:43 Uhr
Finding Nemo stammt aus dem Jahr 2003, so weit mir ist.